VDMA Glastechnik Deutsche Glasmaschinen-Hersteller zeigen sich innovativ
Deutsche Glasmaschinenhersteller schicken sich an, mit neuen Produkten und Fertigungstechniken, darunter das weltweit erste laminatfreie Dünnschicht-Solarmodul, die internationale Photovoltaikbranche zu revolutionieren.
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Wie das Forum Glastechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilt, soll schon im Jahr 2010 Strom aus Dünnschichtmodulen genauso viel kosten wie Strom aus konventionellen Kraftwerken. Automatische Massenproduktionen mit entsprechend niedrigen Preisen seien möglich. Einen umfassenden und informativen Einblick in die Aktivitäten der Industrie liefere die Branchenleitmesse Glasstec 2008, die vom 21. bis 25. Oktober in Düsseldorf stattfindet.
Der Unterschied zwischen einer normalen Doppelglasscheibe und einem Dünnschichtmodul besteht, wie es weiter heißt, grundsätzlich nur darin, dass sich zwischen den beiden aufeinander gefügten Scheiben kein organisches Material oder Schutzgas, sondern eben Solarzellen befinden. Genau das haben deutsche Glasmaschinenbauer erkannt, ihre Techniken modifiziert und für die Herstellung von Solarmodulen anwendbar gemacht. Dadurch, so Siegfried Glaser, Vorsitzender des Forums Glastechnik im VDMA, vor Journalisten in Düsseldorf, werde es in Zukunft möglich, Dünnschicht-Solarmodule weit effizienter, schneller und damit auch kostengünstiger herzustellen.
Dünnfilmtechnik mit erhöhte Energieausbeute
Anders als bei den bisher weit überwiegend installierten auf Siliziumscheiben basierenden Modulen macht die Dünnfilmtechnik auch bei nicht vorhandener direkter Sonneneinstrahlung eine konstante Energieausbeute möglich. Gerade für Länder wie Deutschland sei diese Technik deshalb, wie Glaser sagte, „genau das Richtige“. Es werde nicht mehr allzu lange dauern, bis Dünnschicht-Solarmodule zu ganz normalen in Gebäuden integrierten Bauteilen würden.
Speziell die gebäudeintegrierte Photovoltaik ist es, bei der die Dünnfilmtechnik ihre besonderen Vorteile ausspielt. Das Modul erzeuge nicht nur Energie, sondern sei Bestandteil multifunktionaler Gläser und Systeme für Fassaden, Überdachungen und Verblendungen, die mit Funktionen wie Wärme- und Sonnenschutz, Sicherheit und Schallschutz, Lichtlenkung und Verschattung sowie Design kombinierbar sind. Größen, Farben und Formen seien kaum Grenzen gesetzt.
Bahnbrechende Entwicklungen in der Solarthermie zu erwarten
Die Branche, sagt Glaser, biete nicht nur Maschinen und Anlagen für einzelne Fertigungsbereiche, sondern auch „Turnkey-Lösungen“ und damit komplette Fertigungslinien und Leistungen aus einer Hand. Bei so manch einem deutschen Glasmaschinenhersteller gäben sich zur Zeit Interessenten aus aller Welt „im wahrsten Sinne des Wortes die Klinke in die Hand“. Viele Firmen hätten Geheimhaltungsvereinbarungen unterschrieben, weshalb man sich mit Informationen zurückhalten müsse. Die in- und ausländischen Messebesucher dürften gespannt darauf sein, was die deutschen Glasmaschinenhersteller auch an bahnbrechenden Entwicklungen sowohl auf dem Gebiet der Photovoltaik als auch der Solarthermie zu bieten hätten.
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