Instandhaltung Deutsche Servicekonzepte sind bei der Instandhaltung weltweit führend

Redakteur: Peter Steinmüller

Bilfinger Berger Industrial Services (BIS) will verstärkt die Serviceleistungen für Hersteller von Maschinen und Anlagenkomponenten übernehmen. Das kündigt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Thomas Töpfer, im Interview mit MM Maschinenmarkt an.

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Herr Töpfer, Sie bezeichnen BIS als Konzern der Mittelständler. Was meinen Sie damit?

Töpfer: Die BIS-Gruppe besteht aktuell aus etwa 100 verbundenen Unternehmen. Das sind alles mittelständische Firmen mit ihrer eigenen Kultur und einer Bindung an die Region, in der sie tätig sind. Das sehen wir als sehr wichtig an, weil jeder Markt seine Spezifika aufweist, beispielsweise bei den technischen und sozialen Anforderungen. In Norwegen etwa wird anders gearbeitet und kommuniziert als in Spanien.

Für welche mittelständischen Unternehmen sind Ihre Leistungen besonders geeignet?

Töpfer: Ein erheblicher Teil unserer Klientel besteht aus Großkunden der Prozessindustrie. Das ergibt sich schon aus der Struktur dieser Branche. Wir betreuen hier aber auch mittelständische Unternehmen, mit denen unsere regionalen Einheiten typischerweise rund eine halbe Million Euro Jahresumsatz pro Instandhaltungsauftrag erzielen. Allerdings erwirtschaften wir bei Outsourcing-Projekten mit Unternehmen mittlerer Größe auch Umsätze von 2 bis 10 Mio. Euro pro Jahr.

Das Servicegeschäft wird für Maschinenbauer immer wichtiger. Treten Sie mit ihnen in Wettbewerb?

Töpfer: Nein, vielmehr sind wir zum Teil Partner der Hersteller. Zum Maschinenbau gehören auch Hersteller von Armaturen und Pumpen. Sie beauftragen uns häufig mit den Serviceleistungen, denn wir sind nahe an den Kunden, weil wir in vielen Anlagen ständig tätig sind und entsprechend schnell reagieren können.

Wird dieses Geschäftsfeld weiter wachsen, nachdem Service eine immer bedeutendere Rolle spielt?

Töpfer: Ja, denn viele Hersteller von Komponenten und Maschinen wollen ihr Servicegeschäft ausbauen. Häufig merken sie sehr schnell, dass sie zu zentralistisch organisiert sind, um eine größere Zahl an Mitarbeitern an den verstreuten Einsatzorten zu organisieren.

Genau das aber ist unser Know-how. Wir sind auch sehr gut im Einstellen von Maschinen. Entsprechend sehe ich hier ein großes Potenzial für eine engere Zusammenarbeit.

Sie haben angekündigt, über Zukäufe in die Türkei und nach Indien expandieren zu wollen. Was sind Ihre Gründe dafür?

Töpfer: Es handelt sich bekanntermaßen um Länder mit sehr guten Wachstumsperspektiven. Wir expandieren grundsätzlich nur vorsichtig und sind überzeugt, dass die Risiken beherrschbar sind. Die Türkei ist geografisch nicht weit entfernt. Für Indien spricht, dass es keine Sprachprobleme gibt und das Rechts- und Wirtschaftssystem westliche Standards erfüllt.

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