Drei bleiben hart Thyssenkrupp, SHS und Salzgitter setzen weiter auf grünen Stahl

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Nachdem Arcellormittal erklärt hat, den Galopp auf dem „Grünstahlpferd“ zu beenden, reiten drei andere weiter in den nachhaltigeren Sonnenuntergang ...

Arcelormittal ist aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Umbau zu grünem Stahl ausgetreten. Immerhin machen Thyssenkrupp Steel, SHS aus dem Saarland und Salzgitter damit weiter, auch wenn die Umstände nicht wirklich rosig sind ...(Bild:  Thyssenkrupp Steel)
Arcelormittal ist aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Umbau zu grünem Stahl ausgetreten. Immerhin machen Thyssenkrupp Steel, SHS aus dem Saarland und Salzgitter damit weiter, auch wenn die Umstände nicht wirklich rosig sind ...
(Bild: Thyssenkrupp Steel)

Anders als Konkurrent Arcelormittal wollen die deutschen Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel, Salzgitter und die Stahl-Holding-Saar (SHS), zu der die Dillinger Hüttenwerke und Saarstahl gehören, ihre Projekte zur klimaschonenderen Stahlproduktion weiterverfolgen, wie man bekräftigt. „Wir halten an unserem Plan fest, die erste Direktreduktionsanlage in Duisburg fertigzustellen“, teilte ein Sprecher von Thyssenkrupp Steel auf Anfrage der dpa mit. Man bewege sich mit dem Projekt jedoch zugegeben an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Das war unterem ein Argument von Arcelormittal, aus dem Sattel zu steigen. Und die Salzgitter AG will ihre drei noch mit Kohle befeuerten Hochöfen nach und nach durch Anlagen ersetzen, die zunächst mit Erdgas als Übergangslösung und später mit grünem Wasserstoff laufen sollen. Daran halte das Unternehmen auch fest. Eine SHS-Sprecherin machte klar: „Wir werden unseren eingeschlagenen Weg der Transformation hin zur Produktion von CO2-reduziertem Stahl fortsetzen.“ Bei Thyssenkrupp Steel hat der Bau der neuen Anlage übrigens bereits begonnen. Man will insgesamt rund zwei Milliarden Euro Fördergelder vom Bund und vom Land NRW dafür erhalten. Die Anlage zur klimaschonenderen Stahlproduktion soll bis 2030 zwei Hochöfen ersetzen. Auch sie soll übergangsweise mit Erdgas, dann mit grünem Wasserstoff betrieben werden.

So geht es bei Salzgitter und SHS mit dem grünen Stahl weiter

Eine Sprecherin der Salzgitter AG äußerte, dass die Umsetzung der ersten Stufe des Umbaus bereits sehr weit fortgeschritten ist und wie geplant weiter vorangetrieben wird. Beim drittgrößten deutschen Stahlkonzern laufe der Umbau folglich seit Ende 2023. Die erste Anlage soll 2027 in Betrieb gehen. Salzgitter investiere dazu über zwei Milliarden Euro, wovon die Hälfte von Bund und Land kämen. Bis 2033 will das Unternehmen komplett auf grünen Stahl umgestellt sein, wie man betont. Und im Saarland sollen eine Direktreduktionsanlage sowie Elektrolichtbogen-Öfen errichtet werden. Die Direktreduktionsanlage soll die Standorte Dillingen und Völklingen mit Eisenpellets versorgen. In den Elektrolichtbogenöfen entsteht daraus dann unter Beifügung von Schrott CO2-reduzierter Stahl. Aber der Umbau auf eine grüne Stahlproduktion soll im Saarland insgesamt rund 4,6 Milliarden Euro verschlingen. Davon wollen der Bund und das Saarland 2,6 Milliarden Euro übernehmen. Die Inbetriebnahme ist für

2028/29 geplant.

Die Politik erkennt das Problem der deutschen Stahlindustrie

Hintergrund der Bekundungen ist der der erklärte Ausstieg in Sachen grünem Stahl des internationalen Konzerns Arcelornittal. Das Unternehmen begründet das unter anderem mit der fehlenden Wirtschaftlichkeit einer CO2-reduzierten Stahlproduktion. Arcelormittal verzichtet mit dem Projektausstieg auf 1,3 Milliarden Euro bereits genehmigte Fördermittel. Angesichts andere Argumente seitens Arcelormittal, hat die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zwei Erkenntnisse aus dieser Entscheidung gezogen: „Wir brauchen geringere Energiepreise!“ Der Umkehrschluss: Die deutsche Stahlindustrie ist derzeit nicht wettbewerbsfähig! Dafür seien auch Verhandlungen mit China unter anderem über Dumping von billigem Stahl nötig. Laut Reiche muss man zur Kenntnis nehmen, dass die Transformation zu grünem Stahl ein langer und auch teurer Weg ist.“ Die Gesetze zum Wasserstoff und auch dessen Einsatz müssten aber mit Blick auf den Standort Deutschland geprüft werden.

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