Zulieferungen

Deutsche Zulieferer halten mit asiatischer Konkurrenz Schritt

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Am Beispiel eines Seriendrehteils, auf einem Einspindel-CNC-Stangenautomaten mit Lademagazin im Losgrößenbereich von 10000 bis 50000 Stück oder höher gefertigt, wird klar, dass die Lohnkosten nicht der entscheidende Faktor sind:

  • Die reinen Maschinenkosten (Finanzierung, Wartung und Abschreibung) betragen bei solchen Teilen etwa 30% des Teilepreises. Dabei sind bei gleichem technischen Stand die Investitionskosten in Asien und Europa gleich.
  • Der Materialkostenanteil liegt bei solchen Teilen typischerweise bei 30%. Da die Halbzeugpreise in Asien etwa 10 bis 20% niedriger sind als in Europa, ergibt sich daraus lediglich ein Kostenvorteil von etwa 5% im Produkt. Damit ergibt sich bei 60% der Kostenanteile nur ein Preisvorteil von 5% für die Wettbewerber in China oder Indien.
  • Kalkuliert man für die restlichen 40% Kostenanteile (direkte Löhne und Gemeinkosten) einen durchaus realistischen 70%igen Kostenvorteil für Asien, ergibt sich im Produkt noch mal ein Plus von 28%.

Deutsche Zulieferer bieten höhere Produktivität als Konkurrenten in Asien

Bei vergleichbarer maschineller Ausstattung könnten asiatische Fertigungsbetriebe also einen um etwa 33% günstigeren Preis ab Werk erzielen. In der Praxis laufen die Maschinen in Asien jedoch mit wesentlich weniger Produktionsminuten pro Stunde und niedrigeren Stückzeiten. Selbst bei deutschen Betrieben liegen die Unterschiede in der Produktivität hier oft bei mehr als 20%.

Werden auch die Beschaffungsgemeinkosten für die Anlieferung just in time am Band in die Kalkulation einbezogen, sieht das Bild ganz anders aus. Wesentlich sind dabei der erhöhte Sourcing- und Qualifizierungsaufwand und die nötige Zwischenlagerung in der Nähe des Montagestandorts.

Zulieferer in Asien lohnen sich erst bei mindestens 30% Preisvorteil

Eine Faustregel besagt, dass der Preisvorteil eines Lieferanten aus Asien mindestens 30% betragen muss, damit der Besteller in Europa einen wirtschaftlichen Vorteil erreicht. Denn sonst übersteigen die Kosten für Produktionsanlauf, Lieferantenentwicklung, Reisen, Kommunikation, größere Lagerhaltung, Zölle, Versicherungen die Einsparungen beim Preis erheblich. Die Empfehlung lautet daher: Alle Kosten berücksichtigen.

Frank Sattler ist Geschäftsführer von Techpilot in 81539 München

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