Wirtschaftliche Abkühlung Deutscher Export beginnt zu schwächeln

Quelle: dpa

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Von Juni auf Juli 2022 sanken die Ausfuhren um 2,1 Prozent, teilt das Statistische Bundesamt jetzt mit. Vor allem die USA, China und natürlich Russland interessierten sich für deutsche Waren weniger.

Könnte sein, dass es bald nicht mehr so proppenvoll mit Containern in Deutschlands Häfen sein wird. Denn die zweite Jahreshälfte hat für den Export nicht so überragend begonnen, bestätigt eine aktuelle Analyse von Statista. Mehr Details im Beitrag.
Könnte sein, dass es bald nicht mehr so proppenvoll mit Containern in Deutschlands Häfen sein wird. Denn die zweite Jahreshälfte hat für den Export nicht so überragend begonnen, bestätigt eine aktuelle Analyse von Statista. Mehr Details im Beitrag.
(Bild: HHLA)

Die Entwicklung bei den Exporten ist Grund zur ernsten Sorge. Der wertmäßige Exportanstieg im Vorjahresvergleich liegt vor allem an den höheren Energiepreisen, so ein Kommentar des BDI. Die vielen ungelösten Krisen hielten die deutsche Außenwirtschaft weiterhin in Atem. Hohe Energiepreise, Probleme in den Lieferketten und ein insgesamt schwaches weltwirtschaftliches Umfeld belasten die Konjunktur. Die meisten Industriesektoren erwarten deshalb in den nächsten Monaten einen weiteren Rückgang der Exporte, wie die jüngste Umfrage des Münchner Ifo-Instituts unter etwa 2.300 Industrieunternehmen ergab.

Aktuelle Exportentwicklung lässt nichts Gutes ahnen

Der Handel ist demnach nicht länger ein Wachstumsmotor. Er habe sich stattdessen zu einem Hemmschuh für das deutsche Wachstum entwickelt, wie man vom ING hört. Auch die VP-Bank-Ökonomen sind überzeugt, dass das negative Vorzeichen bei den Exportzahlen keine Eintagsfliege ist. Die Exportzahlen könne man gewissermaßen als Vorboten betrachten, der eine sich merklich abschwächende Weltwirtschaft ankündige. Immerhin: Im Vergleich zum von der Pandemie geprägten Vorjahr fällt die Juli-Bilanz versöhnlicher aus. In diesem Monat ergab sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes nämlich ein Exportplus von 14,3 Prozent.

Die USA kauften deutlich weniger Waren in Deutschland

Insgesamt wurden nach Angaben der Wiesbadener Statistiker im Juli Waren "Made in Germany" im Wert von 131,3 Milliarden Euro ins Ausland geliefert. Von Januar bis einschließlich Juli 2022 summierten sich die deutschen Ausfuhren auf 886,9 Milliarden Euro. Das bildet trotz der wirtschaftlichen Verwerfungen in Folge des Krieges in der Ukraine das oben genannte Plus von 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Juli nahm die Nachfrage nach Waren aus deutscher Produktion besonders stark in den USA ab, dem wichtigsten Absatzmarkt der deutschen Exportwirtschaft. Die Ausfuhren dorthin verringerten sich im Vergleich zum Vormonat um 13,7 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro.

Mit Russland geht handelstechnisch quasi nichts mehr

Der Handel mit Russland kam infolge der Sanktionen, die nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine verhängt wurden, fast zum Erliegen. Die deutschen Ausfuhren in die Russische Föderation sanken von Juni auf Juli um weitere 15,1 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro.

Die deutschen Importe aus Russland verringerten sich um mehr als 17 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro - unter anderem weil weniger Erdgas aus Russland nach Deutschland strömte.

Neue Handelsabkommen sind deshalb unerlässlich

Insgesamt importierte Deutschland im Juli Waren im Wert von 125,9 Milliarden Euro. Das waren 1,5 Prozent weniger als im Juni 2022, aber

29,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Deutschland ist aber abhängig von Energieimporten aus dem Ausland. Die Preise für Öl und Gas sind seit Beginn des Ukrainekrieges außerdem deutlich gestiegen. Der BDI wirft abschließend ein: Der Ausbau alternativer Beschaffungs- und Zielmärkte ist der Schlüssel für mehr Unabhängigkeit und Absicherung – sowohl bei Exporten als auch bei Importen. Die EU sollte die Marktöffnung mit anderen Regionen ernster nehmen, denn es brauche dringend neue Handelsabkommen.

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