Sinkende Exporte Krisenbedingt beendet der deutsche Maschinenbau das Q3 mit einem Minus

Quelle: VDMA 3 min Lesedauer

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Handelspolitische Barrieren, man denke an die US-Zölle sowie an die globale Investitionsschwäche, haben die Exportbilanz des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus in 2025 bisher schwer belastet, so der VDMA.

„Das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit und zahlreiche Arbeitsplätze in einer europäischen Schlüsselbranche“, warnt Richtberg.(Bild:  Sarah Kastner Fotografie)
„Das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit und zahlreiche Arbeitsplätze in einer europäischen Schlüsselbranche“, warnt Richtberg.
(Bild: Sarah Kastner Fotografie)

Wie der VDMA analysiert hat, wurden in den ersten neun Monaten 2025 Waren im Wert von 147,9 Milliarden Euro exportiert, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang um 3,1 Prozent bedeutet. Preisbereinigt ergibt sich deshalb ein Minus von 4,6 Prozent. Im dritten Quartal verzeichneten die Ausfuhren ein Minus von 4,1 Prozent. Der September schloss mit einem Rückgang von 3,4 Prozent zum Vorjahr, wie es weiter heißt. Im Fokus steht dabei aktuell das Geschäft mit den USA, das von Januar bis September um 9,4 Prozent eingebrochen ist, wobei das dritte Quartal mit einem Rückgang von 14,2 Prozent besonders übel zuschlug. Im August gingen die Ausfuhren in die USA um 18,5 Prozent zurück. Im September musste ein Minus von 10,8 Prozent verkraftet werden.

EU-Kommission Bedeutung europäischer Maschinen verdeutlichen

Für das in der kommenden Woche geplante Treffen von EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič mit US-Handelsminister Howard Lutnick fordert der VDMA deshalb, dass es eine klare Botschaft der EU-Kommission geben muss. „Šefčovič muss deutlich machen, dass europäische Maschinen ein zentraler Motor für die amerikanische Produktion, die US-Reindustrialisierung und den Export sind. EU-Maschinenbauprodukte müssen deshalb von den amerikanischen Stahl- und Aluminiumzöllen sowie weiteren möglichen Zöllen der sogenannten Section 232 ausgenommen werden“, so Oliver Richtberg, Leiter VDMA-Außenwirtschaft. Schon jetzt seien rund 40 Prozent aller aus Deutschland und Europa in die USA exportierten Maschinen von diesen 50-Prozent-Sonderzöllen betroffen. Und durch die für Dezember geplante Ausweitung der Liste mit den von Stahl- und Aluminiumzöllen betroffenen Maschinen würden dann sogar rund 56 Prozent der EU-Maschinenexporte mit 50 Prozent Zoll auf den Metallanteil und zusätzlich mit 15 Prozent auf den Restwert belastet, wie der Experte erklärt.

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Die Hoffnungsträger in der Welt heißen Mercosur, Asean und Indien

Und der zweitwichtigste Exportmarkt – nämlich China – entwickle sich weiterhin enttäuschend. Besonders stark belaste der dortige Wettbewerbsdruck die Nachfrage nach europäischen Investitionsgütern. Zwischen Januar und September knickten die deutschen Maschinenexporte nach China deshalb um 8,8 Prozent ein. Der Euroraum wiederum zeigt leichte (aber fragile) Tendenzen einer Stabilisierung. Die Exporte lagen in den ersten drei Quartalen aber noch um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Einige positive Auftragseingänge haben zwar Hoffnungen geweckt, doch diese Entwicklung hat sich zuletzt wieder abgeschwächt, heißt es. Für die EU insgesamt kam es zu einem Rückgang der Ausfuhren aus Deutschland um 2,2 Prozent. Deutlich positiver präsentierten sich immerhin wichtige Schwellenländer. Denn die Ausfuhren in die Mercosur-Staaten legten in den ersten neun Monaten des Jahres um acht Prozent zu. Die Asean-Region wuchs um 3,1 Prozent. Beide gewönnen auch weiter an Bedeutung und trügen zu einer leichten Entschärfung des Gesamtbilds bei. „Die Unternehmen interessieren sich für Mercosur, Asean und Indien, um ihre Absatzmärkte zu diversifizieren. Verlässliche handelspolitische Rahmenbedingungen und bessere internationale Wettbewerbsfähigkeit wären Impulse, die diese Entwicklung unterstützen“, kommentiert Dr. Tilmann Härtl, VDMA Volkswirtschaft und Statistik.

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