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Deutscher Werkzeugmaschinenbau erobert Indien

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Deutsche Werkzeugmaschinenbauer sehen Wende zum Positiven in Indien

Die deutsche Werkzeugmaschinenbranche erzielte in den Jahren 2007 und 2008 ihre größten Erfolge in Indien. Die Exporte erreichten einen Wert von knapp 300 Mio. Euro. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise brachte in den zwei Folgejahren einen Einbruch um ein Viertel. So lag das Exportvolumen 2014 bei nur noch 150 Mio. Euro.

Für das Jahr 2015 zeigt sich jedoch eine positive Trendwende. Daran will die Branche anknüpfen. Dr. Manfred Berger, Executive Vice President Global Sales bei der MAG IAS GmbH in Eislingen, erläutert: „Es sind vor allem die Branchen Automobil und deren Zulieferer, auf den wir unseren primären Fokus in Indien richten. Bei diesen Abnehmerbranchen erwarten wir künftig einen deutlichen Zuwachs. Insbesondere internationale Komponentenzulieferer gehören zum Wachstumspotenzial mit höherer Dynamik.“

Wichtigster ausländischer Anbieter ist Japan. Im Jahr 2014 lieferte das Land 28 % der indischen Importe. Die deutschen Hersteller können als zweitgrößter Lieferant ihren Anteil hingegen von 13 % auf 14,5 % erhöhen. Auch die Auftragslage in Indien verzeichnete 2015 einen Zuwachs von 41 % gegenüber dem Vorjahr. Dennoch hat sich die Führungsposition Japans in Indien im vergangenen Jahrzehnt gefestigt.

Deutsche wollen japanischen Werkzeugmaschinenanbietern Marktanteile abjagen

Die in Indien aktiven deutschen Werkzeugmaschinenhersteller wollen ihre Marktanteile gegenüber Japan sukzessive erhöhen. Die Preisstruktur nimmt dabei als wichtige Stellschraube eine zentrale Rolle ein. Maximilian Waizenegger, Regionalverkäufer bei der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG in Gosheim, erklärt: „Indien ist seit vielen Jahren ein sehr preissensibler Markt. Deutsche Werkzeugmaschinen gelten als zu teuer. Wir stellen aber zunehmend fest, dass auch teurere Maschinen gekauft werden und sich das Bewusstsein für hohe Qualität vor Ort drastisch erhöht.“

Jens Wunderlich, Prokurist Profiroll Technologies GmbH in Bad Düben, bestätigt die Aussage und liefert gleich zwei strategische Ansätze mit, wie es seiner Ansicht nach möglich ist, den indischen Markt künftig besser zu bearbeiten: „Erstens müssen deutsche Hersteller bereit sein, technologische Unterstützung vor Ort zu leisten, die über die Bedürfnisse anderer Märkte hinausgehen. Zweitens muss man als Unternehmen in Indien bereit sein, sich mit seinen Produkten den Markbedürfnissen vor Ort anzupassen, das heißt auch Maschinen bedarfsgerecht für den Kunden auf das Wesentliche abzuspecken und Vor-Ort-Service zu leisten.“

Um mit indischen Kunden in Dialog zu treten und neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen, bietet der VDW seit Jahren seine Technologiesymposien in Indien an. Firmen wie DMG Mori, Emag, Gehring, Heller und Profiroll sind bereits zum vierten Mal mit von der Partie.

Für Viktor Schulze, Verkaufsleiter bei der Saalfelder Samag Werkzeugmaschinen GmbH, geht das Konzept auf. „Die Symposien sind eine Superplattform, auch für die kleineren deutschen Anbieter. Die Kunden kommen zu uns und sind sehr interessiert. Wir hatten während der Symposien die Möglichkeit, intensiv Gespräche zu führen. Zusätzlich besteht die Gelegenheit, den indischen Markt kennen zu lernen. Das müsste man sich sonst alleine erarbeiten.“ Dr. Berger von MAG IAS ergänzt: „Die Besucherqualität in Chennai und Pune war sehr gut, und ich bin mit der Gesamtveranstaltung sehr zufrieden.“

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