Schlusslicht Deutschland geht es konjunkturell schlechter als der Welt

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Der IWF blickt eher mit Sorgenfalten auf der Stirn auf die deutsche Wirtschaft und senkt seine Erwartungen. Die Aussichten für die Weltkonjunktur seien etwas rosiger.

Wiedermal wird Deutschland als Schlusslicht gehandelt, was die wirtschaftliche Lage angeht. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der Internationale Währungsfonds (IWF) ...(Bild:  G. Knüllert)
Wiedermal wird Deutschland als Schlusslicht gehandelt, was die wirtschaftliche Lage angeht. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der Internationale Währungsfonds (IWF) ...
(Bild: G. Knüllert)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) korrigiert seine Konjunkturprognose für Deutschland nach unten. Im kommenden Jahr wird die deutsche Wirtschaftsleistung nach Ansicht der Experten deshalb nur noch um 0,8 Prozent wachsen und damit um 0,5 Prozentpunkte weniger als noch im Juli vorhergesagt wurde. Diese Meinung geht aus der in Washington veröffentlichten IWF-Prognose hervor. Für dieses Jahr erwartet der IWF null Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts – also Stagnation. Das wäre außerdem das schwächste Wachstum aller führenden westlichen G7-Industriestaaten. Deutschland werde durch die Haushaltskonsolidierung und einen starken Rückgang der Immobilienpreise belastet. Schon länger moniert der IWF strukturelle Probleme, wie etwa den Fachkräftemangel in Deutschland. Aber auch die Zurückhaltung der Konsumenten schlägt sich derzeit negativ nieder. Die Bundesregierung ist mit Blick auf das Wachstum im kommenden Jahr optimistischer als der IWF. Sie rechnet mit etwas mehr Schwung für die deutsche Wirtschaft und glaubt an ein Plus von 1,1 Prozent.

Die Weltkonjunktur läuft auch nicht ideal, aber besser

Für die Weltwirtschaft sind die Aussichten, die der IWF überblickt etwas besser, wenn auch nicht ideal. Das weltwirtschaftliche Restgeschehen soll sowohl im laufenden Jahr als auch im kommenden Jahr um 3,2 Prozent wachsen. Der IWF nennt die globalen Aussichten stabil, aber nicht überwältigend. Deshalb warnen die Experten vor Unsicherheiten und drohenden Risiken. Für Gegenwind in vielen Volkswirtschaften sorge die Bevölkerungsalterung und die allgemein schwache Produktivität. Die vergangenen vier Jahre hätten die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft auf die Probe gestellt. Und eine in diesem Jahrhundert einmalige Pandemie, der Ausbruch geopolitischer Konflikte hätten die Lieferketten unterbrochen und/oder zu Energieverteuerungen geführt. Unterschiedliche Regionen der Welt hätten diese Schocks unterschiedlich gut verarbeitet. Vor allem für die Geldpolitik sei es immer schwieriger, die Inflation einzudämmen. Hinzu kommt die Unsicherheit in Sachen Neuwahlen von Regierungen.

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