Milliardenrisiko! Deutschlands Wirtschaft ist zu sehr von Rohstoffen abhängig

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Eine Studie von Roland Berger und dem BDI belegt, dass Rohstoffabhängigkeiten ein Milliardenrisiko für die deutsche Wirtschaft bedeuten. Es gibt allein 23 sehr kritische Rohstoffe ...

Deutschlands Wirtschaft hängt stark von kritischen Rohstoffen wie etwa Lithium ab, die vor allem aus China kommen. Wenn der Handel zum erliegen kommt, sieht es nicht gut für uns aus, wie eine Studie von Roland Berger und dem BDI belegt. Hier mehr dazu ...(Bild:  Matworld)
Deutschlands Wirtschaft hängt stark von kritischen Rohstoffen wie etwa Lithium ab, die vor allem aus China kommen. Wenn der Handel zum erliegen kommt, sieht es nicht gut für uns aus, wie eine Studie von Roland Berger und dem BDI belegt. Hier mehr dazu ...
(Bild: Matworld)

Deutschlands Industrie zählt bekanntlich zu den weltweit größten Verbrauchern von mineralischen Rohstoffen. Weil die meisten davon importiert werden müssen, besteht ein zunehmendes Risiko für die sichere Versorgung – also für Wachstum und Wohlstand. Würde China etwa als Hauptlieferant von Lithium und Lithium-Produkten wie Akkus ausfallen, drohe der deutschen Industrie ein Verlust von Wertschöpfung in Höhe von bis zu 115 Milliarden Euro. Rund 42 Milliarden davon würden die Autoindustrie betreffen, wie Experten von Roland Berger und dem BDI in ihrer gemeinsamen Studie „Wege aus der Abhängigkeit - wie Deutschland die Rohstoffe für eine zukunftsfähige Wirtschaft sichert“, hervorgeht. Gut, Lithium gilt dabei als Extrembeispiel. Doch die Autoren belegen auch anhand anderer Beispiele, wie wichtig eine umfassende politische Strategie für die sichere Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist. Nicht zuletzt werde der Bedarf steigen. Deshalb empfehlen sie ein Bündel an Maßnahmen zu schnüren, das die Stärkung der heimischen Rohstoffförderung und -verarbeitung stärkt, die Diversifizierung der Lieferländer bietet sowie technische Innovationen unterstützt – zum Beispiel den Auf- und Ausbau einer Kreislaufwirtschaft, um kritische Rohstoffe sooft es geht, zurückgewinnen zu können.

Nachfrage nach kritischen Rohstoffen wird steigen

Ohne diese Rohstoffe seien bekanntlich weder die Wende zur E-Mobilität noch die Energiewende im Allgemeinen erreichbar. Im Gegenteil! Denn durch Transformationen, wie die Dekarbonisierung und die Digitalisierung, steige die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen weltweit massiv. So prognostiziert die internationale Energieagentur IEA bis 2040 einen Anstieg des globalen Lithiumbedarfs im Vergleich zu 2020 um das 42-fache. Ähnliches gilt für Grafit (25-fach), Kobalt (21-fach), Nickel (19-fach) und Mangan (8-fach). Und trotz aller Mahnungen von Experten habe sich die den Landesentscheidern gut bekannte Abhängigkeit von Rohstoffimporten sogar noch verstärkt statt verringert.

Abhängigkeit von Chinas Rohstoffen hat zugenommen

Die Macher der Studie haben für 48 kritische Rohstoffe die Importkonzentration berechnet – ein Maß für die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern. Im Jahr 2023 war diese demnach bei 23 Rohstoffen hoch bis sehr hoch. Bei zehn dieser Rohstoffe ist sie sogar angestiegen. So bezog Deutschland 2014 noch 32 Prozent seiner Importe von seltenen Erden aus China, aber 2023 waren es bereits 69 Prozent. Bei Germanium stieg der chinesische Anteil von 23 auf 40 Prozent, bei Bismut sogar von 24 auf 95 Prozent. Betrachte man nicht nur die Rohstoffe selbst, sondern auch daraus hergestellte Produkte, verschärfe sich das Bild nochmals. Die Experten führen wieder das Beispiel Lithium an. Demnach ist die Importkonzentration bei Lithiumkarbonat zwar gesunken, doch bei weiterverarbeiteten Lithiumprodukten (Akkus und Batterien) steigt sie schnell und stark an, heißt es. So importierte Deutschland 2014 noch 18 Prozent seiner Lithium-Akkus aus China. Aber heute sind es bereits 50 Prozent.

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