Suchen

Teilereinigung

Dezentrale Teilereinigung sichert Wertschöpfungsprozesse

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Grundsätzlich erfolgt im Traktorenwerk Marktoberdorf bei Getriebegehäusen eine Endreinigung vor der Montage. Sie erfordert nicht nur eine teilespezifische Anlagenbeschickung, sondern auch eine Reinigungstechnik, die stark an der Werkstückgeometrie ausgerichtet ist, wie sich anhand der Reinigung von Schwenklagergehäusen für einen späteren Zusammenbau zeigen lässt: Eine pneumatische Ein- und Ausschubvorrichtung be- und entlädt die Anlage.

Waschkammer wird bei der Teilereinigung unter Vakuum geflutet

Die Waschkammer wird unter Vakuum geflutet. Das Injektionsfluten mit 16 bar sorgt für saubere Teile – auch in Hohlräumen und Hinterschneidungen. Eine integrierte Vakuumtrocknung verhindert, dass noch feuchte Werkstücke die Anlage verlassen und somit korrodieren können.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 5 Bildern

Werkstückträger und Vorrichtungen zur Aufnahme von Schwenkgehäusen unterschiedlicher Traktortypen werden am Ende der Ablaufrollenbahn entladen. Mit Hilfe eines manuellen Querverschiebetischs gelangen die Werkstückaufnahmen wieder zur Beladung an den Anfang der Zuführrollenbahn vor der Anlage (Bild 3).

Komplexe Formen erfordern spezielle Waschanlagen zur Teilereinigung

Aufgrund der komplexen Form von Gehäusen für Achsgetriebe ist eine spezielle Waschanlage erforderlich. Bei der Endreinigung dieser Teile liegt der Reinigungsschwerpunkt im Innern der Gehäuse.

Gereinigt wird mit einer Lanze, die mit Spritzdüsen bestückt ist und in den Achstrichter eingefahren wird. Während des Waschvorganges wird die Lanze auf und ab bewegt. Voraussetzung dafür ist die optische Ausrichtung der Gehäuse.

Fotozelle sorgt für richtige Ausrichtung der Gehäuse bei der Teilereinigung

Das geschieht auf einem Messtisch mit Hilfe einer Fotozelle: Ein in der Tischmitte fixierter Reflektor „wirft“ einen Lichtstrahl durch das Gehäuse zurück auf die Fotozelle. Verfehlt der reflektierte Lichtstrahl das Ziel, startet die Anlage nicht.

Die Reinigung selbst erfolgt leicht alkalisch mit temporärem Korrosionsschutz. Die Gehäuse müssen am Ende absolut fettfrei sein, um eine hohe Lackhaftung zu erreichen. Nach der Endreinigung sind die Achstrichter montagefertig (Bild 4).

Edelstahlzentrifuge und Tankspülung sichern kontinuierliche Badpflege

Ohne eine effiziente Badaufbereitung arbeitet eine Reinigungsanlage in der mechanischen Fertigung heute nicht mehr wirtschaftlich. Sie sichert eine hohe Bauteilsauberkeit über eine lange Badstandzeit hinweg. Daher wurden bei Agco/Fendt die Waschanlagen mit einer Zentrifuge in Edelstahlausführung und einer Tankspülung ausgerüstet, um eine kontinuierliche Badpflege zu ermöglichen.

Die Ölabscheidung erfolgt mit Hilfe eines Schwimmers, der kontinuierlich die Badoberfläche absaugt. Die Zentrifuge separiert Öl und Feststoffe, das saubere Waschwasser gelangt wieder zurück in den Vorratstank.

Anlage zur Teilereinigung reinigt sich automatisch

Zur Abscheidung von Feinverschmutzung wie Gußstaub reinigt die Anlage sich automatisch. Das geschieht, indem die maximale Förderleistung der Waschwasserpumpe auf einen im Tank befindlichen Düsenrahmen gegeben wird.

Dadurch werden Verunreinigungen aufgewirbelt, in die Zentrifuge gesaugt und abgeschieden (Bild 5). Eine Badstandzeit von mindestens sechs Monaten bis zu einem Jahr kann gewährleistet werden. Das ist ein Beleg für die Wirksamkeit dieser automatischen Selbstreinigung.

Dipl.-Ing. Bernd Kirchner ist Vertriebsleiter bei der BVL Oberflächentechnik GmbH in 48488 Emsbüren.

(ID:330143)