Messtechnik Die Differenzströme in den Griff bekommen

Autor / Redakteur: Rolf D. Richter / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Beim Probelauf von Maschinen kommt es häufig vor, dass der FI-Schutzschalter auslöst, obwohl keine Fehlerströme vorliegen. Im Maschinen- und Anlagenbau sind deshalb schon bei der Entwicklung Mess- und Monitoring-Systeme gefragt, die bei der Fehlersuche und -vorbeugung helfen.

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Die VDE-Bestimmungen wie auch andere Richtlinien schreiben für immer mehr Geräte und Einsatzbereiche allstromsensitive FI-Schutzschalter vor. Das wirft sowohl bei den Herstellern von Maschinen und Anlagen als auch von Seiten der Anwender viele Fragen auf. „Wir haben unsere Kunden in den letzten Jahren davon überzeugen können, aus Sicherheitsgründen EMV-gerechte Anlagen zu errichten“, berichtet Helmut Schwarz, technischer Verkaufsleiter bei der SAM GmbH.

Dazu gehören auch moderne Frequenzumrichter mit EMV-Filtern und allstromsensitiven RCD (Residual Current Devices) des Typs B. „Das Problem ist, dass diese Umrichter betriebsbedingt Ableitströme generieren, die Fehlerströmen in der elektrischen Anlage gleichen. Das RCD reagiert darauf und schaltet die Anlage ab. Klar, dass dann viele Kunden sagen: Der FI-Schutzschalter ist Mist! Der löst ja immer aus!“

Ungewolltes Auslösen des FI-Schalters ist ein bekanntes Problem

Die in Barsbüttel bei Hamburg ansässige SAM hat sich auf die Lieferung von Antriebskomponenten und maßgeschneiderten Antriebssystemen spezialisiert. Schwarz zufolge fordern mittlerweile viele Kunden Frequenzumrichter mit RCD an. „Insbesondere bei hohen Brandschutzauflagen sind allstromsensitive FI-Schutzschalter mit einem Bemessungsstrom von 300 mA über das gesamte Frequenzspektrum ein Muss.“ Dass diese ungewollt auslösen können, ist laut Schwarz ein „bekanntes Problem“.

Ohne aufwendiges Messequipment kann zumeist auch der gewiefteste Elektroinstallateur nicht helfen. „Beim Brandschutz liegt die Bemessungsgrenze bei 300 mA, beim Personenschutz bei 30 mA und einige Kunden wollen Anlagen, bei denen 10 mA nicht überschritten werden dürfen. Dafür braucht man Spezialgerät“, weiß Axel Kampf, Vertriebsleiter und Messtechnik-Spezialist bei der Industrievertretung Mike Klaiber.

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