Mehr rostig als rosig Die Lage für die Zulieferer bleibt angespannt

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie 5 min Lesedauer

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Am Jahresende 2023 müssen die deutschen Zulieferer auf ein deutliches Minus bei Produktion und Umsatz blicken, wie die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (Argez) meldet.

Die deutschen Zulieferer haben ein hartes Jahr hinter sich, wie die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie analysiert hat. Auch das aktuelle Jahr mache wenig Hoffnung auf Besserung. Lesen Sie hier, wie es den Zulieferern in Deuschland momentan geht ...(Bild:  Kostiantyn - stock.adobe.com)
Die deutschen Zulieferer haben ein hartes Jahr hinter sich, wie die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie analysiert hat. Auch das aktuelle Jahr mache wenig Hoffnung auf Besserung. Lesen Sie hier, wie es den Zulieferern in Deuschland momentan geht ...
(Bild: Kostiantyn - stock.adobe.com)

Die Produktion im Zulieferumfeld gab demnach um 4,8 Prozent nach. Die Unternehmen setzten deshalb mit 240 Milliarden Euro rund 3,2 Prozent weniger um als noch im Jahr zuvor. Dieser Entwicklung unterliegen aufgrund der inflationsbedingten Lohnkostensteigerungen und einer niedrigeren Auslastung weiter steigende Erzeugerpreise, wie es heißt. Diese nahmen nach einem zweistelligen Plus im Jahr 2022 erneut zu, wenngleich sich die Dynamik mit einem Plus von 2,9 Prozent abgeschwächt hat, wie die Argez ermittelt hat. Die in Teilen sehr schwache Nachfrage habe im Jahresverlauf zu einer kontinuierlich abnehmenden Kapazitätsauslastung geführt, welche vor dem Hintergrund des hohen Kostendrucks und wichtiger Investitionsentscheidungen problematisch sei. Betrug die Auslastung im Jahr 2022 im Schnitt noch 81 Prozent, lag sie im abgelaufenen Jahr durchschnittlich nämlich nur noch bei 76,6 Prozent. Die Daten verdeutlichen, dass die deutschen Zulieferer ein schwieriges Jahr 2023 hinter sich haben und sich im Frühjahr 2024 in einer kritischen Phase befinden.

Zulieferer starten ohne viel Hoffnung ins neue Jahr

Standen die Zeichen für das Jahr 2024 lange Zeit auf Erholung, sind die Prognosen zur konjunkturellen Entwicklung in den vergangenen Monaten sukzessive nach unten angepasst worden. So starten die mittelständischen Zulieferer ohne Auftragspolster und ohne Perspektive auf baldige Nachfrageimpulse in dieses Jahr. Die Situation spiegelt sich auch in den aktuellen Daten wider. So nahm die Produktion in den ersten beiden Monaten des Jahres um 4,9 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres ab, während der Umsatz um rund 4,1 Prozent schmolz. Hinsichtlich des Fach- und Arbeitskräftemangels, der sich in den kommenden Jahren dramatisch verschärfen werde, versuchten die mittelständischen Betriebe trotz der Probleme, die Beschäftigten zu halten. Mit rund 921.000 Beschäftigten gelang das im Vorjahr immerhin weitgehend. Im Februar 2024 sank die Zahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr aber um 1,8 Prozent.

Die Stimmung unter den deutschen Zulieferern ist schlecht

Das saisonbereinigte Ifo-Geschäftsklima der Argez-Unternehmen liege am Ende des ersten Quartals 2024 mit minus 23,1 Punkten deutlich im negativen Bereich. In puncto Erwartungshaltung für die kommenden sechs Monate (seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine) dominieren die Skeptiker. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage habe deshalb eine bemerkenswerte Talfahrt hingelegt. Binnen eines Jahres drehte sich der Saldo-Zeiger der gut-schlecht-Bewertungen der Betriebe vom grünen in den roten Bereich. Von plus 14,6 Saldenpunkten im März 2023 verschärfte sich die Lagebeurteilung zusehends auf minus 17,7 Punkte im März 2024. Nicht einmal jedes fünfte Unternehmen bezeichnet die gegenwärtige Geschäftssituation als gut, wie es dazu heißt. Schlechtere Werte finde man in der jüngeren Vergangenheit nur während der Pandemie und der Weltfinanzkrise. Handelte es sich hierbei jeweils um exogene Schocks, stellt sich heute jedoch die Frage nach einer strukturellen Schwäche des Wirtschaftsstandortes Deutschland vor dem Hintergrund der Transformation.

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