Mehr rostig als rosig

Die Lage für die Zulieferer bleibt angespannt

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Erlahmende Elektroautonachfrage drückt auf die Zulieferer

Die deutsche Zulieferindustrie versteht sich auch als Innovationstreiber für die Transformation des Mobilitätssektors und ist Vorreiter in Sachen Klimaschutz und nachhaltiger Produktion, wie die Argez feststellt. Sie habe in großem Umfang in die Entwicklung neuer Technologien investiert und neue Produkte, zum Beispiel für Elektromobile, zur Serienreife gebracht. Jetzt muss sie aber feststellen, dass die Hersteller von Elektrofahrzeugen die angekündigten Mengen nicht in dem erwarteten Umfang verbindlich abnehmen. Im ersten Quartal 2024 sind die Neuzulassungs- und Produktionszahlen beim BEV in Deutschland gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken, was sicherlich auch an der gestrichenen Förderung liegt. Viele Zulieferer sind aber erheblich in Vorleistung gegangen und bekommen jetzt nicht die notwendige Rendite, weil sich die Produktion von BEV nicht in dem Maße entwickelt, wie es sein sollte. Diese Abkühlung im E-Mobilitätssektor und das ohnehin nach wie vor sehr volatile Bestellverhalten der OEM und der großen Systemlieferanten bei anderen Fahrzeugtypen bringen viele mittelständische Zulieferbetriebe in Bedrängnis. Das gilt auch für andere Abnehmer, die etwa aus der Windkraftbranche stammen. Im Moment stellen die Zulieferer jedenfalls fest, dass die Transformation kein erfolgreiches Geschäftsmodell ist.

Deutschland darf nicht zum Schlusslicht werden

Von der im Juni 2024 neu gewählten EU-Kommission fordert die mittelständische Zulieferindustrie deshalb die zügige Vorlage und Umsetzung einer validen Industriestrategie, die Europa mit Blick auf die USA und auf Asien dauerhaft wettbewerbsfähig macht. Green Deal und Nachhaltigkeitsthemen, wie etwa Nachhaltigkeitsberichts- und Lieferkettensorgfaltspflichten, dürften die politische Agenda in Brüssel nicht mehr allein dominieren. Es gehe jetzt darum, der Industrie Vorfahrt einzuräumen, damit sie nicht zum Schlusslicht werde. Die Zulieferer spüren bereits heute, dass ihre Finanzierung bei den Hausbanken schwieriger wird, wie die Argez berichtet. Es dürfe aber nicht sein, dass die Politik europäischen Unternehmen den Zugang zu Finanzmitteln erschwere, während gleichzeitig die industrielle Wertschöpfung in anderen Regionen der Welt stark wachse. Christian Vietmeyer, Sprecher der Argez zum Schluss: „Die EU-Taxonomie darf nicht kommen, denn sie führt zu einer Deindustrialisierung der EU, ohne den Klimaschutz tatsächlich zu fördern.“

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