Droht Rezession? Die Lage in der deutschen M+E-Industrie ist kaum auszuhalten!

Quelle: Ibw Bayern 3 min Lesedauer

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Die jüngste Sommerumfrage des Ibw unter den Betrieben der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) zeigt, dass die Geschäftslage und -erwartungen mehrheitlich negativ bewertet werden.

Bertram Brossardt, unter anderem Hauptgeschäftsführer und Vizepräsident der Vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., machte heute zum Auftakt der Tarifverhandlungen im Sektor Metall und Elektro klar, dass es so nicht klappen kann ...(Bild:  Vbm)
Bertram Brossardt, unter anderem Hauptgeschäftsführer und Vizepräsident der Vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., machte heute zum Auftakt der Tarifverhandlungen im Sektor Metall und Elektro klar, dass es so nicht klappen kann ...
(Bild: Vbm)

Für Bertram Brossardt, unter anderem Hauptgeschäftsführer und Vizepräsident der Vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., ist die Lage, in der sich die deutsche Metall- und Elektroindustrie derzeit sowohl wirtschaftlich als auch seitens der Politik befindet, so schlimm, dass Deutschland in die Rezession schliddern könnte. Das äußerte der Experte heute im Rahmen der Tarifrunde 2024 in seiner Eröffnungsrede. Und die IG Metall aber lege die Hände in den Schoß, oder fordere Unzumutbares von den Unternehmen. Die Musik spielt derzeit im Ausland, wenn auch noch leise und langsam, so Brossardt. Man müsse aber dringend verhindern, dass bei uns das Lied demnächst den letzten Ton spiele. Er fordert die IG Metall deshalb im Interesse derer, die sie vertritt, auf, endlich Verantwortung zu übernehmen – genauso, wie es die Unternehmen sollten und auch tun. „Wo ist denn das Selbstbewusstsein der IG Metall geblieben?“, fragt sich Brossardt mit Blick auf die Lage. Immerhin hat sich Bayern in den letzten 20 Jahren auf einem relativ stabilem Niveau halten können, wenn man es mit anderen Bundesländern vergleicht. Deshalb das Motto mit dem Maskottchen des bayerischen Löwen aus Metall: „Zurück nach vorne!“, um wieder dahin zu kommen, wo man einst war.

Schlechteste Kapazitätsauslastung seit 14 Jahren

Zum Auftakt der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie kritisierte der Hauptgeschäftsführer: „Unser Standort steht unter einem enormen Druck: Transformation, Georisiken, Konjunkturschwäche und Standortprobleme belasten die Unternehmen und lassen die De-Industrialisierung weiter fortschreiten.“ Insbesondere die hausgemachten Probleme würden also zur echten Gefahr. Hohe Lohn- und Lohnzusatzkosten sowie Energiekosten, eine überbordende Bürokratie und international nicht wettbewerbsfähige Steuerlasten führen zu immer weniger Investitionen, Wertschöpfung und Beschäftigung im Inland. Die Produktion sinkt seit drei Quartalen, die Kapazitätsauslastung liegt, abgesehen vom Coronaeinbruch, so niedrig wie seit 14 Jahren nicht mehr. Und die Auftragseingänge befinden sich im ersten Halbjahr 2024 rund fünf Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Mittlerweile ist der Auftragsmangel das mit Abstand größte Hindernis für die Produktion und nicht mehr der Fachkräftemangel. Dazu kommt eine stagnierende Wirtschaft, ein Abrutschen in die Rezession droht sogar. Dies sieht man auch schon in den Beschäftigtenzahlen“, erläutert Brossardt. So sank die Zahl der Beschäftigten in der bayerischen M+E Industrie seit Januar um 2.400 Personen.

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