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Diese Ansprüche stellen Ingenieurinnen an Arbeitgeber

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... Mehrwert liefern & Gutes tun

Ein wenig klischeehaft mutet die Aussage von Danner zu ihrer beruflichen Inspiration an: „Es ist schön, morgens aufzustehen, um Sinnvolles zu tun: Die Umwelt zu schonen und Menschen, speziell von in Armut geprägten Ländern, zu helfen.“ Allerdings ist Danner auch Geschäftsführerin im Familienunternehmen Snow Leopard Projects, das sich auf Biogas- und Photovoltaikanlagen spezialisiert hat. Sie kann auf viele Projekte in technisch ärmeren Ländern zurück­blicken, in denen sie die Hygiene verbessern und umweltfreundliche Bedingungen schaffen konnte. So träumt sie auch von „einer Biogasanlage, die ohne Steuerung oder Kontrolle von außen funktioniert. Denn die Anlagen funktionieren nur so gut, wie das Wissen und die Sorgfalt des zuständigen Betreibers es zulassen.“

Ein Gerät mit dem man die Zeit sowohl vor- als auch zurückspulen kann, würde Jafari gerne erfinden. „So kann man sich die Auswirkungen von Entscheidungen ansehen und gegebenenfalls eine andere treffen. Oder man dreht die Zeit zurück, um etwas noch mal zu tun.“ Zu Jafaris aktuellsten Entwicklungen gehört die Datenvorbereitungssoftware EOS-Print 2. „Es macht mich stolz zu sehen, wie gut die Software bei Kunden und Kollegen ankommt“, so Jafari. Bei Dinse steht der Autofahrer im Fokus ihrer Entwicklungen, doch schon bei der Studienwahl stand fest, dass sie sinnvolle Dinge erfinden wolle, die umsetzbar sind, die Kunden ansprechen und bezahlbar sind.

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Hatzelmann hat das auf dem Womenpower-Kongress 2018 prägnant zusammengefasst: „Uns Frauen ist das technische Produkt gar nicht so wichtig, sondern das, was man damit machen kann.“

... Motivation & Leidenschaft

Wie die FAZ im Januar 2018 berichtete, fanden Psychologen heraus, dass Frauen bei der Stellenwahl diejenigen Angebote bevorzugen, in denen zu den wichtigeren Anforderungen Motivation und Leidenschaft zählen. Besonders Leidenschaft ist ein Wort, das fast allen Befragten wichtig war: „Ich habe mich bewusst für den Ingenieurberuf entschieden, da er sehr vielseitig ist, mir viel Freude bereitet und ich Leidenschaft dafür habe“, war eine Antwort von Kaut. „Heute lebe ich meine Leidenschaft für meinen Beruf”, erklärt Rapp. Aber auch unmöglich scheinende Dinge umzusetzen und dabei noch gegen organisatorische Unbill zu fechten, spornt die Technikerinnen anscheinend an. „Gerade wenn es schwierig wird, beginnt es spannend zu werden”, begeistert sich Klass. „Ich tüftle gerne an neuen Ideen“, drückt Danner ihre Motivation aus.

„Es ist magisch, wenn man selbst etwas schafft“, erklärt Jafari ihre Begeisterung. An ihrem Job gefallen ihr die Abwechslung und die Herausforderungen. „Vor allem gefällt es mir aber auch, dass ich eigenverantwortlich arbeiten kann“, betont sie. Auch Kaut schätzt die täglichen Herausforderungen, Probleme zu lösen und neue Prozesse zu entwickeln. Sie betont zusätzlich die Freude am komplexeren Arbeiten: „Nicht nur technisches Fachwissen und Kreativität sind gefordert, sondern auch die Kommunikation in interdisziplinären und internationalen Teams.“ Ihre Motivation liegt darin, „Prozesse und Verfahren zu entwickeln, um Produkte herzustellen, die das Leben unserer Kunden vereinfachen und verbessern“.

Klass erfüllt der 2D-Codeleser DCR 55 mit Stolz. Denn er ist ein internationales Projekt, an dem Menschen aus drei unterschiedlichen Ländern arbeiteten. „Trotz vieler Herausforderungen, die die internationale Projektarbeit mit sich bringt, haben wir es als über mehrere Standorte verteiltes Projektteam gemeinsam geschafft, dieses Produkt erfolgreich auf den Weg zu bringen und die Bedürfnisse der unterschiedlichen Märkte einfließen zu lassen”, fasst Klass die Schwierigkeiten und Ergebnisse kurz zusammen. Sie wird davon inspiriert, ihrem Kunden einen Mehrwert zu bieten und durch die Begeisterung und Kreativität ihrer technischen Fachexperten.

Die Arbeit von Dinse können viele selbst erleben, denn sie digitalisiert Kfz-Fahrzeuge bei Audi. Zuletzt hat sie eine sensorische Schaltleiste für die Modelle A8, A7, und A6 entwickelt. Hier ist sie besonders auf die elegante Verbindung aus Technik und Design stolz. Doch die meiste Freude bringen ihr schwierige Aufgaben: „Es motiviert mich unheimlich, Lösungen zu finden, die es angeblich gar nicht gibt.” Wenn diese dann auch noch mit den komplexen Prozessen und Strukturen eines großen Unternehmens unter einen Hut zu bringen sind, kommt Dinse erst richtig in Fahrt. „Das Erfolgserlebnis ist dann natürlich umso größer, je genialer und sichtbarer die Lösung im Auto ist”, ergänzt sie. Für jene, die besorgt einer smarten Zukunft entgegensehen, sind die Ideen von Dinse allerdings nichts. Denn die User-Experience-Entwicklerin träumt von Interaktionsmodalitäten über Gedankensteuerung, komplett variablen Anzeigeflächen im gesamten Interieur oder sogar einem adaptiven Interieur, das dem Insassen immer genau das bietet, was er gerade benötigt, und das nicht an der Fahrzeugtür enden muss.

Dass unsere gesellschaftlichen Gewohnheiten oft eine Bremse für Frauen sind, spürt Rapp immer noch. Zwar hat sie festgestellt, dass als Frontfrau eines Unternehmens die berufliche Anerkennung fast von selbst kommt – und mit ihr ein selbstbewussteres Auftreten. Trotzdem schickt sie bei Vorträgen, bei denen sehr viele Männer in den Reihen sitzen, ihren Mann vor. Die Erfahrung, dass Männer von anderen als kompetenter eingestuft werden, ist zu allgegenwärtig. Womöglich ist es deswegen in den Augen Hannafords wichtig, in Menschen zu investieren und sie auszubilden. „Ein positives und integratives Arbeitsumfeld kann bei der Bekämpfung von Missverständnissen im Zusammenhang mit aggressiven, von Männern dominierten technischen Arbeitsumgebungen sehr hilfreich sein”, schreibt sie im Goldman-Sachs-Blog und rät Frauen: „Arbeiten Sie für ein Unternehmen, in dem Vielfalt und Integration in der Kultur und in den Menschen verankert sind!”

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe, MM MaschinenMarkt