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In einem fehlerfreien Stromversorgungsnetz ist dann die Summe aller den Wandler durchfließenden Ströme gleich null, sodass in die Sekundärwicklung des Wandlers keine Spannung induziert wird. Tritt nun jedoch ein Isolationsfehler auf, bei dem ein Teil des Betriebsstroms über den Schutzleiter abfließt, wird durch die nun vorhandene Differenz der Ströme eine Spannung induziert, die durch das angeschlossene Differenzstromüberwachungsgerät ausgewertet wird. Ist hier der Differenzstrom größer als die gewählte Ansprechschwelle, reagiert der RCM mit einer Meldung, während schließlich beim RCD die Abschaltung der Anlage erfolgen würde.
Individuelle Voreinstellungen der Differenzstromüberwachung
Die Voreinstellungen – etwa der maximal zulässige Fehlerstrom und der Alarmschwellwert – lassen sich individuell an die spezifischen Anforderungen der Anlage anpassen. Eine LED-Kette signalisiert permanent den aktuellen Fehlerstrom in Prozent des voreingestellten 100%-Werts. Für die zentrale Meldung von Voralarm und Hauptalarm stehen am Differenzstrommonitor zwei separate potenzialfreie Wechslerkontakte zur Verfügung (Bild 3). Aufgrund des Weitbereichs-Spannungseingangs eignen sich die Geräte für alle Anwendungen, die mit einer betriebsfrequenten 50-Hz-Wechselspannung von 85 bis 264 VAC arbeiten.
Vor allem im industriellen Umfeld kommt den Differenzstromüberwachungsgeräten in der Allstrom-sensitiven Ausführung (Typ B) eine übergeordnete Rolle zu. Durch den zunehmend stärkeren Einsatz elektronischer Betriebsmittel, wie zum Beispiel Frequenzumrichter, kommt es im Fehlerfall vermehrt zu hohen Ableitströmen im hochfrequenten Bereich, die Betriebsablauf und -sicherheit erheblich stören.
Dezentrale Positionierung der Differenzstromüberwachungsgeräte möglich
Die Differenzstromüberwachungsgeräte der RCM-B-Reihe können Wechselfehlerströme bis zu einer Frequenz von 100 kHz detektieren und melden. Damit übertreffen sie die Anforderungen der Vornorm DIN V VDE 0664-110, die im Juli 2009 in Kraft getreten ist und die Erfassung von Fehlerströmen bis 20 kHz fordert.
Der Ansprechwert lässt sich einstellen, sodass die RCM-Geräte an die Erfordernisse der Anlage angepasst werden können. So ermöglichen die Geräte eine dezentrale Positionierung. Damit vereinfacht sich auch die Fehlersuche und die Wartungskosten reduzieren sich. Denn es wird schnell deutlich, wo genau in der Anlage ein Fehler aufgetreten ist, und eine aufwendige Fehlersuche entfällt.
Die Differenzstromüberwachungsgeräte können sowohl Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme (Typ A) als auch zusätzlich reine Gleichfehlerströme (Typ B) bis zu einer Frequenz von 100 kHz messtechnisch erfassen. Die universell einsetzbaren Überwachungsgeräte leisten einen erheblichen Anteil an der Erhöhung der Verfügbarkeit von Anlagen. Damit tragen sie in hohem Maße zur Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Anlagen bei.
* Hartwig Derenthal ist Mitarbeiter im Produktmarketing, Netz- & Signalqualität Trabtech bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in 32825 Blomberg
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