Digitaler Produktpass

Digitale Wasserzeichen optimieren jetzt das Kunststoffrecycling

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

In-Mold-Labeling-Becher beweist Praxistauglichkeit

Arburg habe bereits nachhaltig und intensiv Erfahrung mit der Applikation digitaler Wasserzeichen gesammelt. In der Pilotphase von Holygrail eben fertigte man mit einer hybriden Spritzgießmaschine vom Typ Arburg-Allrounder 820 H in sogenannter Packaging-Ausführung in einer Zykluszeit von 5,8 s je zwei IML-Becher aus biobasiertem Polypropylen (PP). Ein IML-Automationssystem legte dabei die zugehörigen PP-Labels des Partners Verstraete ein und entnahm gleichzeitig die Fertigteile, erklärt Arburg. Auf den Labels waren die digitalen Wasserzeichen. Über die passende App konnten darüber Inhalte zur Monomaterialverpackung sowie zur Verwendung und Entsorgung des Produkts abgefragt werden.

Dass sich Allrounder-Spritzgießmaschinen generell für die Verarbeitung von Rezyklaten aus Haushaltsabfällen (PCR) oder der Industrie (PIR) eignen, hat Arburg bereits öfter bewiesen und gezeigt, dass, wenn es möglich ist, Kunststoffe sicher und sortenrein zu sammeln, sie sich auch wieder sinnvoll in den Kreislauf zurückführen lassen. Jetzt folgt eben der Schritt zum Großserienniveau.

Mehr zu Holygrail2.0

Am europaweiten Projekt, das im September 2020 startete und im Sommer 2022 abgeschlossen werden soll, beteiligt sich Arburg in verschiedenen Arbeitskreisen. Der Verband AIM mit Sitz in Brüssel koordiniert die Aktivitäten unter Berücksichtigung der aktuellen EU-Gesetzgebung. „Der rege Austausch mit Verbänden und namhaften Partnern wie Beiersdorf, Dow, Henkel, Nestle und Sick bringt sicher viele Impulse. Gemeinsam werden wir Holygrail2.0 erfolgreich und effizient voranbringen“, ist sich Stern sicher. Nach Entwicklung eines Verpackungskonzepts plant man im Frühjahr 2021 mit der semiindustriellen Testphase zu beginnen. Die Zeit drängt, denn die EU-Gesetzgebung sieht vor, dass bis zum Jahr 2030 europaweit alle Kunststoffverpackungen wiederverwendbar, leicht recycelbar oder kompostierbar sein sollen. Die Wiederverwertungs- und Recyclingquote soll so auf rund 60 % gepusht werden.

(ID:47000550)