Human Machine Interface Displaytexte, die kein Mensch versteht

Autor: Sariana Kunze

Mangelhaft übersetzte oder stark abgekürzte Texte für Displays und HMI sind oft unverständlich. Die Folge: Maschinen werden nicht richtig bedient. Warum Maschinenbauer auch auf Kleinigkeiten wie Displaytexte großen Wert legen sollten.

Bei längenbeschränkten Übersetzungen für HMI-Texte und Displays können selbst kleinste Fehler große Folgen haben.
Bei längenbeschränkten Übersetzungen für HMI-Texte und Displays können selbst kleinste Fehler große Folgen haben.
(Bild: PARILOV EVGENIY)

Kryptisch abgekürzte Texte für Displays und Human Machine Interface (HMI) können für Maschinenbauer große Folgen haben. Nicht selten kommt es zu Fehlbedienungen, ständigen Kundennachfragen und sogar Reklamationen. „Wenn es keine verständliche Sprache gibt, kann kein Mensch die Maschine bedienen“, offenbart Andrea Modersohn, Linguistin und Geschäftsführerin des Sprachdienstleisters Oneword, ein gängiges Problem im Maschinen- und Anlagenbau. Verantwortlich dafür sind mitunter nicht eindeutige technische Ausdrucksweisen oder der Platzmangel bei Bedienpanels. Wenn ein HMI beispielsweise einen „BA Fehler“ meldet, kann es sich um den Bremsassistent oder die Betriebsart handeln. Fehlinterpretation oder Unwissenheit können schnell dazu führen, dass eine Maschine falsch bedient wird und so unnötige Kosten entstehen.

Unverständliche Texte wegen internationalem Maschinenverkauf

Doch irreführende Abkürzungen in der deutschen Sprache sind nicht die größte Herausforderung. „Einige Probleme sind dem Export geschuldet. Denn: Die deutsche Sprache ist sehr kompakt. Andere Sprachen wie Russisch, Ungarisch oder Französisch laufen länger“, fährt Modersohn fort: „Wenn man sich an der deutschen Textlänge orientiert, dann müssen andere Sprachen stark abgekürzt werden. Fehlt dann noch bei der Übersetzung der Kontext, kommen unverständliche Texte heraus.“ Ein gutes Beispiel dafür ist „Motorschutzschalter Antriebswalze“. Im Französischen müsste dann „disjoncteur-protecteur moteur cylindre d'entraînement“ auf dem Display erscheinen. Doch häufig existiert die Vorgabe: Die Texte dürfen nicht länger als in der Ausgangssprache dargestellt werden. Somit zeigt das Display die Abkürzung „disjonct.-protect. mot. cyl. d'entraîn.“ an. „Das versteht doch kein Mensch. Besonders wenn bei unprofessionellen Übersetzungen die Abkürzung auf dem Display nicht mit der Bedienungsanleitung übereinstimmt. Was leider sehr häufig vorkommt“, ist sich Modersohn sicher.

Über den Autor

 Sariana Kunze

Sariana Kunze

Fachredakteurin Automatisierung, Vogel Commnications Group GmbH & Co. KG