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Instandhaltung: Getriebeöl

Drei Schritte zur effektiven Getriebeölwartung

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Das richtige Timing als Schlüssel

Der erste Schritt ist die Wahl des geeigneten Zeitpunkts für die tatsächliche Durchführung des Vorgangs. Obwohl es wie eine Routineaufgabe wirkt, finden nur 20 % aller Ölwechsel zum richtigen Zeitpunkt statt. Wird das Öl zu häufig ausgetauscht, nämlich dann, bevor es überhaupt notwendig ist, wird dieses Vorgehen zu einer teuren Angelegenheit, bedeutet es doch die Verschwendung von Arbeitszeit und Schmierstoff. Wird das Öl hingegen zu spät gewechselt – wie es bei 40 % der Wechsel der Fall ist –, lässt die Schmierung nach und kann einen erhöhten Verschleiß und infolgedessen Maschinenstillstände, höhere Betriebskosten sowie Ausfallzeiten mit sich bringen.

Daten geben Auskunft über Zeitpunkt des Wechsels

Bei der Entscheidungsfindung bezüglich des richtigen Zeitpunkts für einen effektiven Getriebeölwechsel müssen Wartungstechniker unter anderem die externe Kontamination, wie zum Beispiel die Präsenz von Wasser und Schmutz, erheben. Ist der Verunreinigungsgrad zu hoch, muss der Schmierstoff ausgetauscht werden. Zudem sollten sie den Metallverschleiß im Auge behalten und ebenso den Ölzustand überwachen, indem sie die Viskosität und Oxidation beurteilen.

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Ein gutes Überwachungssystem kann diese Aufgaben erleichtern: Es misst den sogenannten TBN-Wert (Total Base Number) – das ist die Alkalinitätsreserve, welche der Neutralisation säurehaltiger Bestandteile im Öl dient – sowie die Gesamtsäurezahl (TAN), durch welche die Öloxidation und die Bildung korrosiver säurehaltiger Verbindungen zunimmt.

Schmierstoff soll angemessenen Korrosionsschutz bieten

Im Laufe der Zeit nimmt der TBN-Wert normalerweise ab und die Gesamtsäurezahl (TAN) nimmt zu. In dem Moment, ab dem die Zahlen sich treffen, sollte das Öl zeitnah gewechselt werden. Denn ab diesem Zeitpunkt kann es keinen angemessenen Korrosionsschutz mehr bieten.

Da Getriebeöl das Rückgrat vieler Maschinen in der Produktionsstätte bildet, ist es wichtig, sicherzugehen, dass dieses seine Funktion richtig erfüllen kann. Mit einem geeigneten Analytics-Programm kann ein Unternehmen die Risiken erheblich senken, die ein zu früher oder zu später Wechsel des Schmiermittels sowie der Einsatz von zu viel oder zu wenig Getriebeöl zur Folge haben können. Wartungs-, Energie- und Wasserspezialist NCH Europe beispielsweise hat zu diesem Zweck das NCH-Ölservice-Programm (NOSP) entwickelt.

Systemreinigung vor der Neubefüllung

Steht letztlich ein Austausch des Schmiermittels an, besteht der zweite Schritt im Prozess in einer gründlichen Reinigung des Getriebeölsystems, bevor dieses erneut mit frischem Öl befüllt werden kann. Diese elementare Maßnahme stellt leider keine Selbstverständlichkeit dar: So mancher Betriebsleiter ist es eventuell gewohnt, die Maschine instinktiv bei Bedarf zu befüllen – doch das wird letztlich sehr wahrscheinlich dazu führen, dass die vorangegangene Analyse vollkommen nutzlos war und die Maschine dennoch beschädigt wird. Denn wenn Öl sich kontinuierlich ansammeln kann, bilden die Verunreinigungen darin Ablagerungen an den Metallflächen des Systems. Das hat wiederum zur Folge, dass die Betriebstemperatur ansteigt, was die Leistungsfähigkeit der Maschine reduzieren und im schlimmsten Fall zur deren Ausfall führen kann.

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