Solarenergie

Dünnschicht-Solarzellen vor dem Durchbruch

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Mithilfe eines zusätzlichen Absorbers aus mikrokristallinem Silizium, der auf die amorphe Schicht aufgedampft wird, habe Inventux die Stromausbeute auf 9% verbessert. Die avisierte Kostenersparnis sollen Skaleneffekte durch eine größere Produktionsmenge und weitere Effizienzverbesserungen bringen.

Oerlikon Solar will als Ausrüster beim Kostensenken helfen

„2010 wollen wir 10% Wirkungsgrad erreichen“, sagt Sprecher Thorsten Ronge. Dafür arbeite Inventux an Prozessoptimierungen, profitier aber auch von Innovationen seines Ausrüsters Oerlikon Solar, von dem es seine Beschichtungsanlagen bezieht. Dessen Chefin, Jeannine Sargent, verspreche, dass Ende 2010 auf Oerlikon-Anlagen die neuartigen Tandemmodule für 0,70 Dollar, also zu halben Kosten, gefertigt werden können.

Ähnliche Pläne habe US-Anlagenbauer Applied Materials. Er offeriere ebenfalls komplette schlüsselfertige Linien für die Produktion von Modulen aus Dünnschichtsilizium. „Wir sind optimistisch, dass wir schon kurzfristig Herstellkosten von weniger als einem Dollar ermöglichen können“, sagt Christopher Beitel, der Chef der Dünnschichtabteilung.

Auf den Messen Solarpeq 2010 und der parallel stattfindenden Glasstec für die Glasbranche, zu der Unternehmen auch solare Anwendungen präsentieren, würden die Amerikaner ihr Produktportfolio vorstellen. Darunter sei auch ihre Dünnschichtlinie Sunfab.

Sunfab druckt Solartechnik zu äußerst günstigen Preisen

Noch ehrgeiziger seien die Pläne der US-Firma Nanosolar. Sie habe einen Herstellungsprozess entwickelt, bei dem winzige Nanopartikel aus Kupfer, Indium, Gallium, Selen und eventuell Schwefel im Rolle-zu-Rolle-Verfahren auf eine Folie gedruckt werden. Auf 0,30 bis 0,35 Dollar (0,22 bis 0,25 Euro) wollen die Amerikaner mit ihrer innovativen Drucktechnik die Kosten senken, heißt es, rund ein Drittel der Fertigungskosten des Branchenprimus First Solar.

„Wir können große Flächen in sehr kurzen Taktzeiten beschichten“, meint Nanosolar-Sprecher Erik Oldekop. Die Fabriken stünden bereits, der Start der Serienfertigung nahe. In einem 430-MW-Werk in San José, Kalifornien, will Nanosolar die Zellen herstellen und diese dann in Luckenwalde bei Berlin zu Modulen verschalten, so die Messe Düsseldorf.

Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen müssen mit Verzögerungen rechnen

Im Dünnschichtsektor würden die Zeichen also auf Wachstum stehen. Verzögerungen seien aber keine Seltenheit: Bis eine Technik die Serienreife erreicht, würden oft viele Jahre vergehen. Industrietaugliche Herstellprozesse müssten entwickelt, viel Geld in Forschung und Tests investiert werden.

First Solar zum Beispiel habe für die Kommerzialisierung seiner Module genau ein Jahrzehnt gebraucht. CIS-Hersteller Würth Solar habe seine Technik sieben Jahre in einer Pilotlinie optimiert, bevor er 2007 mit der Serienfertigung beginnen konnte.

Konkurrenz der kristallinen Solarzellen schläft nicht

Viel Zeit, um serienreife Produkte zu präsentieren, hätten die Dünnschicht-Newcomer aber nicht. Denn die kristalline Konkurrenz treibe die Entwicklung neuer Techniken ebenfalls mit hohem Einsatz voran. Wissenschaftler glaubten deshalb, dass an der konventionellen Solartechnik auch künftig kein Weg vorbeiführen wird. „Kristalline Siliziumzellen werden weiterhin eine dominierende Rolle spielen“, sagt Stefan Glunz, Leiter der Abteilung Entwicklung und Charakterisierung von Siliziumsolarzellen am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg.

So herrsche ein reger Wettstreit um die besten Konzepte. Forscher der University of New South Wales in Sydney, Australien, erreichten mit einer monokristallinen Zelle im Labor 24,7% Effizienz – diesem Weltrekord kommt die Industrie immer näher, heißt es.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:312424)