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Das chinesische Solarunternehmen Suntech Power etwa biete seit diesem Sommer ein Modul an, das 7% mehr Strom erzeuge als sein bislang leistungsstärkstes Paneel. Herzstück der Technik seien neue so genannte Pluto-Zellen, die dank einer speziell behandelten Oberfläche und dünneren elektrischen Kontakten auf der Vorderseite mehr Licht absorbierten.
Chinesischer Solarzellen-Hersteller arbeitet mit Know-how aus Deutschland
Dadurch steige der Wirkungsgrad von 15,2 auf bis zu 17,5% bei multikristallinen Zellen und von 17,2 auf bis zu 19% bei monokristallinen. Das Herstellverfahren basiere auf Know-how aus Deutschland. Im Jahr 2008 hatte Suntech den Schwarzwälder Anlagenbauer KSL Kuttler übernommen, der Ausrüstung und Automation für die Pluto-Fertigung liefert, wie der Messeveranstalter berichtet.
Großes Potenzial würden Experten auch so genannten Rückkontaktzellen zusprechen. Stromsammelschienen und Kontakte befänden sich hier nicht auf der Vorder-, sondern komplett auf der Rückseite der Zelle, so dass sich die solaraktive Fläche des Moduls vergrößere. Der führende Hersteller von Rückseitensammlern, die US-Firma Sunpower, fertige bereits Zellen mit mehr als 20% Wirkungsgrad. Damit produzierte Module erreichten 19,6% Effizienz und erzeugen 315 W Strom, mehr als jedes andere Modul.
Fallende Siliziumpreise helfen den Solarzellen-Herstellern
Sinkende Siliziumpreise würden den Firmen in die Hände spielen. Die Nachfrage nach dem Halbleiter sei in den vergangenen Jahren so stark gewachsen, dass die Hersteller mit dessen Produktion kaum hinterher kämen. Das habe die Spotmarktpreise 2008 auf bis zu 400 Dollar/kg getrieben. Jetzt, da die Solarbranche wegen der Krise nicht mehr so rasant wachse, werde Silizium deutlich billiger: Nur noch 75 Dollar/kg hätten dafür laut Marktforscher I-Suppli im Juni 2009 gezahlt werden müssen, Tendenz fallend.
Die Dünnschichtfirmen würden also hart um Marktanteile kämpfen müssen. Vorerst dürfte es ihre Technik wegen der relativ niedrigen Effizienz vor allem dort schwer haben, wo viel Leistung auf wenig Fläche erbracht werden muss, so der Messeveranstalter.
Hausbesitzer in Ländern mit attraktiver Solarförderung, wie in Deutschland, würden ihr Dach eher mit kristallinen Siliziumpaneelen bestücken, weil diese pro Quadratmeter Fläche mehr Strom erzeugen und eine Einspeisevergütung erwirtschaften, mit der sich der Preisnachteil gegenüber der Dünnschicht mehr als aufwiegen lasse.
Dünnschicht-Solarzellen finden eigene Marktnischen
Kurzfristige Chancen böten sich den Dünnschicht-Solarmodulen dagegen auf großen Industrie- und Gewerbedächern oder im Freiland, wo reichlich Platz vorhanden sei und es weniger darum gehe, auf einer begrenzten Fläche maximale Leistung zu generieren. Auch könnten Dünnschichtmodule wegen ihrer Flexibilität und des geringen Gewichts besser als stromerzeugende Fenster oder Fassaden in die Gebäudehülle integriert werden. So würden sie nicht nur die Energiebilanz eines Gebäudes verbessern, sondern auch den gestalterischen Freiraum der Architekten und Planer erweitern.
Mehr als Nischenprodukte würden CIS, CdTe & Co, wenn die Hersteller ihre Ankündigungen wahr machen und ihre Fertigungskosten binnen kurzer Zeit drastisch reduzieren. Würden die schlanken Stromgeneratoren dann auch noch bei der Effizienz zu ihren kristallinen Konkurrenten aufschließen, könnten sie sogar zur dominierenden Solarstromtechnik avancieren.
Produktion von Dünnschicht-Solarzellen noch gering
Theoretisch kann die Dünnschicht also viel bewegen, doch nun müssen die Firmen ihre Ideen erst mal in Kapazitäten umsetzen, wie der Messeveranstalter berichtet. Nur 800 MW hätten ihre Fabriken 2008 produziert, davon stammten allein 500 MW aus First Solar-Linien – in der konventionellen Photovoltaik wurde laut EPIA im vergangenen Jahr sieben Mal mehr hergestellt. Messen wie die Solarpeq und Glasstec 2010 sollen zeigen, in welche Richtung die Entwicklung gehen wird, denn in kaum einer Branche sei der kostensenkende Einfluss von Innovationen im Bereich der Fertigungstechnik so zukunftsentscheidend.
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