Industrie 4.0 Durchgängige Datenhaltung schafft Wettbewerbsvorteil

Autor / Redakteur: Olaf Graeser / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Derzeit ist das Konzept Industrie 4.0 ein vieldiskutiertes Thema. Während sich manche noch mit der theoretischen Umsetzung des Zukunftsprojekts beschäftigen, stellen die Unternehmen des Spitzenclusters it´s owl erste praktische Ansätze vor – darunter auch eine wandlungsfähige Produktionsanlage.

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Bild 1: Erste praktische Ansätze des Konzepts Industrie 4.0 zeigt diese Clip-X-Anlage.
Bild 1: Erste praktische Ansätze des Konzepts Industrie 4.0 zeigt diese Clip-X-Anlage.
(Bild: Phoenix Contact)

Das Zukunftsprojekt Industrie 4.0, das Bestandteil der Hightechstrategie der deutschen Bundesregierung ist, befasst sich mit unterschiedlichen Themenbereichen. Dazu gehören unter anderem Cyber Physical Systems oder auch Internet der Dinge, individualisierbare Produkte (Mass Customization) sowie wandlungsfähige Produktionsanlagen und deren standortübergreifende Selbstoptimierung.

Als wandlungsfähig gilt eine Fertigungseinrichtung dann, wenn sich die Anzahl, Funktion und Reihenfolge der einzelnen Produktionsmodule verändern lässt. Auf diese Weise kann die Anlage individualisierte Produkte herstellen, die zum Zeitpunkt ihrer Planung noch gar nicht vorgesehen waren.

Eine derartige Adaptierbarkeit setzt voraus, dass eine digitale Beschreibung des zu fertigenden Artikels vorliegt. Daraus leitet eine intelligente Anlage dann selbstständig ab, welche Produktionsmodule zur Herstellung des individualisierten Produkts notwendig sind. In diesem Kontext wird von einem digitalen Artikel gesprochen. Darunter ist die digitale Beschreibung eines Produktes im IT-System des Unternehmens zu verstehen, die auf dem Weg von der Bestellung über den Produktionsprozess bis zur Auslieferung ständig mit Informationen angereichert wird und gleichzeitig als Datenquelle dient. Als ein Projekt des Spitzenclusters it´s owl (Intelligente Technische Systeme Ostwestfalen-Lippe) zeigt die Clip-X-Anlage von Phoenix Contact eine solche Datendurchgängigkeit im Umfeld von Industrie 4.0 (Bild 2).

Wandlungsfähige Anlage fertigt individualisierte Klemmenleisten

Bei der Clip-X-Anlage handelt es sich um einen Technologie-Demonstrator für den automatisierten Schaltschrankbau, der die Aspekte Wandlungsfähigkeit, Fertigung individualisierter Produkte und durchgängige Datenintegration umsetzt. Die Anlage besteht aus drei Zellen. In der ersten Zelle, dem sogenannten Clip-X-Loader, werden Durchgangs-Reihenklemmen automatisiert auf eine Tragschiene aufgerastet. Im Ergebnis erhält der Anwender eine bestückte Klemmenleiste. Die teilautomatisierte zweite Zelle druckt automatisch die Beschriftungsschilder für die Klemmenleisten, die in Handarbeit auf die Klemmen aufgebracht werden. Dabei bekommt der Mitarbeiter visuelle Unterstützung, indem ihm auf einem Monitor angezeigt wird, wo genau die Beschriftungen anzubringen sind. Die dritte Zelle führt eine Kamerakontrolle durch. Geprüft werden dort unter anderem die Beschriftung sowie die Breite und Vollständigkeit der Klemmenleiste.

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