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Zur Finishbearbeitung ist das Verfahren zweistufig ausgelegt. Erst erfolgt das Feinschleifen, dann kommt das Hochglanzpolieren. Im ersten Prozess übernehmen Schleifkörper und Compound die absolut formtreue Bearbeitung mit gleichmäßigem Werkstoffabtrag. Dieser erfolgt im Vergleich zu herkömmlichen Schleifverfahren ohne Absätze mit fließenden Übergängen. Zudem wird die Außenkontur des Femurteils bearbeitet.
Das begünstigt das spätere Einwachsen des Implantats. Einen Beitrag zu dieser effektiven Bearbeitung leistet auch die Unterkornklassifizierung, die ein stets stabiles und homogenes Schleifkörpergemisch sicherstellt. Und der Nassprozess vereinfacht zusätzlich nachfolgende Reinigungsschritte.
Beim Feinschleifen wird in 90 bis 150 min eine Oberflächengüte Ra von 0,03 µm erzielt. Das Hochglanzpolieren dauert 20 bis 40 min. Es sorgt für die bei Implantaten geforderte extrem glatte und glänzende Oberfläche. Als Poliermedium kommt dazu ein aus nachwachsenden Rohstoffen hergestelltes Trockenmedium zur Anwendung.
Schleppfinish-Verfahren überzeugt durch konstante Prozessparameter
Am Ende beträgt die Rauigkeit Ra 0,02 µm. Für Werkstücke, deren Oberflächenrauigkeit Ra nach dem Geometrieschleifen noch 0,8 bis 1,0 µm beträgt, kann das Schleppfinish-Verfahren dreistufig ausgelegt werden. Dabei erfolgt vor dem Feinschleifen ein Vorschleifprozess mit keramischen Schleifkörpern.
Die konstanten Prozessparameter des Schleppfinish-Verfahrens gewährleisten eine gleichbleibend hohe, reproduzierbare Bearbeitungsqualität – unabhängig von der Geometrie und der Anzahl der zu bearbeitenden Teile. Außerdem arbeitet das Verfahren umweltverträglich: Das Prozesswasser wird in Zentrifugen von Schleifschlamm und Schleifkörperresten befreit. Im aufbereiteten Zustand kann das Prozesswasser im Kreislauf geführt und somit wiederverwendet werden.
Prozessabstimmung zwischen Geometrieschleifen und Schleppfinish-Verfahren vielseitig einsetzbar
Die anfallenden Schleifkörperreste lassen sich über eine Deponie entsorgen. Die Prozessabstimmung zwischen Geometrieschleifen und Schleppfinish-Verfahren oder klassischem Gleitschleifen ermöglicht nicht nur die Bearbeitung von Implantaten, sondern von allen Teilen, die sehr hohe Anforderungen an die Maßgenauigkeit und Oberflächengüte stellen, bei gleichzeitiger Zeit- und Kostenersparnis. Dazu zählen die Fertigung von Turbinenschaufeln für die Luftfahrttechnik, die Herstellung von Verzahnungsteilen, Werkzeughalterungen sowie Bohr- und Fräswerkzeugen.
Rüdiger Böhm ist Prokurist und Leiter des Testzentrums bei der Rösler Oberflächentechnik GmbH in 96190 Untermerzbach.
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