Oberflächenbehandlung Durchgängige Prozesskette sorgt für bessere Knie-Implantate

Autor / Redakteur: Rüdiger Böhm / Josef-Martin Kraus

Entscheidend für Funktionalität und Komfort eines Knie-Implantats sind dessen Formgebung und das Oberflächenfinish. Ein durchgängiges Bearbeitungskonzept ermöglicht, diese Schritte qualitativ und wirtschaftlich besser umzusetzen. Ziel ist eine reproduzierbare Fertigung ohne Schnittstellenproblematik.

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Bild 1: Dieses Oberteil eines Kniegelenkimplantats wurde in vier Stufen hergestellt – (v.l.n.r.) Feingießen, Geometrieschleifen, Feinschleifen und Hochglanzpolieren. Die beiden letzten Prozesse fanden im Schleppfinish-Verfahren statt. Bild: Rösler
Bild 1: Dieses Oberteil eines Kniegelenkimplantats wurde in vier Stufen hergestellt – (v.l.n.r.) Feingießen, Geometrieschleifen, Feinschleifen und Hochglanzpolieren. Die beiden letzten Prozesse fanden im Schleppfinish-Verfahren statt. Bild: Rösler
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Medizintechnik gilt weltweit als Wachstumsbranche. Ein beachtlicher Anteil entfällt dabei auf die Endoprothetik, insbesondere auf Knie-Implantate. Das prognostizierte Wachstum liegt bei 10 bis 12% pro Jahr. Gründe dafür sind zum einen die steigende Lebenserwartung, zum anderen eine Zunahme von Erkrankungen des Bewegungsapparates und vermehrter Verschleiß, etwa durch Extremsportarten sowie steigendes Übergewicht.

Folglich bauen die Hersteller der Ersatzgelenke ihre Produktionskapazitäten aus. Gefragt sind dabei Lösungen, die einerseits die Qualität der Implantate weiter steigern, anderseits sollen sie die Produktionskosten reduzieren.

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Um beides „unter einen Hut“ zu bringen, haben die Haas Schleifmaschinen GmbH, Trossingen, und die Rösler Oberflächentechnik GmbH, Untermerzbach, eine technische Kooperation für die Schleifbearbeitung in der Medizintechnik vereinbart. Der Maschinenhersteller Haas ist dabei für das Schleifen der formgebenden Geometrie verantwortlich.

Vorgegebene Implantatform und Oberflächengüte werden reproduzierbar

Als Spezialist für Gleitschlifftechnik hat Rösler ein Schleppfinish-Verfahren für die anschließende Oberflächenbearbeitung seit über zwei Jahrzehnten auf dem internationalen Markt etabliert. Bereits bei der Maschinen- und Anlagenprojektierung beginnt die Zusammenarbeit. In dieser Projektphase werden die Prozesstechniken und Prozessparameter festgelegt. Dazu zählt beispielsweise der im Geometrieschleifen wirtschaftlich zu erzielende Rauigkeitsgrad.

Diese frühe Zusammenarbeit gewährleistet, dass die vorgegebene Implantatform und Oberflächengüte nicht nur reproduzierbar, sondern auch kostenoptimiert hergestellt werden. Ein weiteres Plus, vor allem bei einer automatisierten Fertigung, ist die Berücksichtigung der verschiedenen Schnittstellen zwischen den Prozessschritten Geometrieschleifen, Werkstückübergabe und Schleppfinish. Weitere Vorteile der Kooperation sind gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um Prozesse weiter zu optimieren.

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