Fallstudie

Durchhaltevermögen zahlt sich in Südkorea aus

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Mitarbeiter in Südkorea können sich mit Deutschland auf Augenhöhe austauschen

Zudem hätten die mittlerweile fünf Mitarbeiter in Südkorea ein Qualifikationsniveau erreicht, dass sie sich mit den Kollegen in Deutschland auf Augenhöhe austauschen können. „Wir brauchen Allrounder, bekommen aber oft nur Spezialisten für einen bestimmten Bereich des Werkzeugbaus. Die Kollegen müssen dann einige Erfahrungen sammeln“, erläutert der Fibro-Bereichsleiter. Die Kommunikation auf Englisch klappt gut, gerade im Management sei es mittlerweile möglich, Mitarbeiter mit entsprechenden Sprachkenntnissen in Südkorea zu finden.

Auch sonst lässt Schäfer seinen lokalen Mitarbeitern den nötigen Freiraum: Strategische Entscheidungen muss der Geschäftsführer vor Ort mit Deutschland abstimmen, im Tagesgeschäft entscheidet er selbst. Auch die moderne Technik helfe bei der Kommunikation über die großen Entfernungen hinweg. „Wenn es erst einmal eingeschwungen ist, ist es nicht schwieriger, eine südkoreanische Tochtergesellschaft zu steuern als eine in Frankreich“, sagt Schäfer.

Man muss vor Ort einen vertrauenswürdigen Entscheider haben

Wichtig für ihn ist dabei, dass man einen Entscheider vor Ort hat, dem man vertrauen kann, bei dem man ein gutes Gefühl hat und den man möglichst schon länger kennt. Den Geschäftsführer in Südkorea kennt Fibro seit mittlerweile zehn Jahren, weil auch schon vor seiner Tätigkeit für den Normalienhersteller der Kontakt bestand. Eine Alternative sei es, für zwei oder drei Jahren einen Expatriate in das Land zu schicken, um eine Tochtergesellschaft aufzubauen.

Auch wenn moderne Technik die Kommunikation mit der Tochtergesellschaft vereinfacht – das Internet ist für Schäfer keine Alternative zur Präsenz in Südkorea. „Mit einem reinen Onlineshop würden wir dort keinen Euro Umsatz machen“, sagt er. Wenn es Probleme gibt, soll der Kunde anrufen können – am besten in Landessprache.

Alles in allem ist der Fibro-Bereichsleiter optimistisch für die Geschäfte in dem Fernostland. „Wir wollen in den kommenden Jahren dort im zweistelligen Prozentbereich wachsen“, gibt er als Minimalziel aus. Außerdem soll bald ein lokales Lager für häufig bestellte Produkte entstehen. Mittelfristig will der Normalienhersteller seinen Service ausbauen, um auch komplexere Projekte angehen zu können.

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