Selbststeuernde Produktion

Echtzeitortung reduziert den Steuerungsaufwand

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Die zentrale Rolle spielt dabei das Echtzeitortungssystem von Ubisense, das sich weltweit bereits bei Unternehmen wie BMW, Airbus und Daimler bewährt. Das Ubisense-System basiert auf Ultra-breitband-(UWB-)Funk und arbeitet wie ein Indoor-GPS. Es ermittelt die Position beliebiger Objekte in der Fertigung und verfolgt ihre Bewegungen durch die Produktion. Die UWB-Technik bietet dabei einige Vorteile gegenüber konventioneller Identifikations- und Ortungstechnik: Aufgrund der kurzen Funkpulse und der hohen Bandbreite ist eine exakte 3D-Echtzeitortung auch auf größeren Flächen möglich.

Das System erreicht bei entsprechender Konfiguration eine Genauigkeit von 15 cm. Dabei können Tausende von Objekten, die sich im Erfassungsbereich der Sensoren frei bewegen, parallel getrackt werden. Auch in Industrieumgebungen mit hohem Metallgehalt erreicht man eine Zuverlässigkeit, die besser als 99,99 % ist.

Die Infrastruktur für das Funkortungssystem besteht aus kleinen aktiven Transpondern – sogenannten Tags –, Sensoren und Software. Die Tags (Bild 2) verfügen über eine eindeutige Identifikationsnummer. Diese wird bei Heidolph mit den Auftragsdaten im PPS verknüpft und zusammen mit den Auftragspapieren am Auftrag befestigt, sobald dieser in die Fertigung eintritt. Die Tags senden Ortungssignale im Frequenzbereich zwischen 6 und 8,5 GHz. Sensoren (Bild 3) an der Hallendecke erfassen die Funkpulse und berechnen die Position der Tags mehrmals pro Sekunde. Die Software verarbeitet und visualisiert die Ortungsdaten in Echtzeit und gibt sie an das Steuerungssystem weiter.

Die einzelnen Arbeitsstationen sind als räumliche Zonen hinterlegt

Die einzelnen Arbeitsstationen sind dabei als räumliche Zonen hinterlegt. So ist am Arbeitsplatz jederzeit sichtbar, in welchem Bereich der Fertigung sich der Auftrag gerade befindet (Bild 4). Im System werden die Bewegungen der Aufträge zudem automatisch überwacht und mit den Planungsdaten abgeglichen: Ist ein Auftrag im Soll, wird er in der jeweiligen Arbeitsstation grün angezeigt. Überschreitet er die vorgesehene Zeit in einem Arbeitsschritt, wechselt er zunächst auf Gelb und dann auf Rot. Vor diesem Hintergrund kann man die Prozesse sehr effektiv überwachen und sofort gezielt eingreifen, wenn sich ein Problem abzeichnet. Weil das System unabhängig von Erfassungsstationen arbeitet, lassen sich Änderungen im Prozess einfach in der Software konfigurieren; ein Hardwareumbau ist nicht erforderlich.

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