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Durch die Darstellung des Work-in-Process in Echtzeit schafft die ortungsbasierte Auftragssteuerung eine hohe Transparenz. Dadurch konnten bei Heidolph der Steuerungsaufwand für die Aufträge deutlich gesenkt und erhebliche Kosten eingespart werden. Ein weiterer Vorteil war, dass mit dem System auch eine selbstregelnde Produktion erprobt werden konnte. Anhand der räumlichen Daten wurden dabei die Aufträge nach Produktionsfortschritt automatisch freigegeben und damit wurden konstante, kurze Durchlaufzeiten erzielt.
Aus der Forschung in die Praxis
Die ortungsbasierte Auftragssteuerung, die bei Heidolph erprobt wurde, ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes am Kompetenzzentrum Pull (Produktion und Logistik Landshut) der Hochschule Landshut. Dort setzt man sich intensiv mit den Problemen mittelständischer Produktionsbetriebe auseinander und sieht auch großen Handlungsbedarf: Nach den Erfahrungen von Prof. Dr. Markus Schneider, der das Kompetenzzentrum leitet und das Forschungsprojekt unter dem Namen LOS 1 (Layout based Order Steering) wissenschaftlich betreut, haben bestehende Produktionssysteme aufgrund ihrer gewachsenen Strukturen vielfach keinen durchgängigen Bezug zum Kundenauftrag, sind ineffizient und unnötig teuer. Hohe Lagerbestände, stark schwankende Durchlaufzeiten und Terminprobleme sind nach den Erkenntnissen der Landshuter Forscher in der Stückgutfertigung noch sehr verbreitet.
Das Forschungsprojekt LOS 1 zielte darauf ab, diese Probleme zu lösen. Im Ergebnis stand eine Lösung, die schon bei der Fabrikplanung ansetzt: Beim sogenannten Lean Factory Design wurden prozessorientierte Strukturen entwickelt, die optimale Abläufe und Materialflüsse gewährleisten sollen. Das Fabriklayout wurde anschließend in das PPS übertragen, in diesem Fall „Leanion“ der UWS GmbH aus Paderborn.
Das System von Ubisense sorgt dann für die ortungsbasierte Steuerung der Aufträge im Produktionsprozess. Es liefert die Ortungsdaten, ordnet die Koordinaten des Auftrags den entsprechenden Arbeitsschritten zu und dokumentiert so den gesamten Fertigungsvorgang in Echtzeit. Damit könnten erhebliche Suchzeiten in den Beständen eingespart und sogenannte Terminjäger entlastet werden. Zudem besteht die Möglichkeit, Rückmeldungen sehr stark zu reduzieren und eine Selbststeuerung in der Produktion aufzubauen.
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