Werksentwicklung Ein Masterplan für Materialfluss und Produktion

Autor / Redakteur: Thomas Wöhrle / M. A. Benedikt Hofmann

Produktion und Materialfluss werden häufig als zwei deutlich voneinander getrennte Bereiche wahrgenommen. Gerade wenn sich ein Unternehmen nach starkem Wachstum auch physisch vergrößert, kann es aber ratsam sein, beide Aspekte gemeinsam zu betrachten.

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Der Werksausbau soll so erfolgen, dass bei jedem modularen Erweiterungsschritt zwischen den Nebenbetrieben sowie den Lagerbereichen und Produktionsstätten kurze Wege gewährleistet sind.
Der Werksausbau soll so erfolgen, dass bei jedem modularen Erweiterungsschritt zwischen den Nebenbetrieben sowie den Lagerbereichen und Produktionsstätten kurze Wege gewährleistet sind.
(Bild: Ernst Umformtechnik)

Das Metallverarbeitungsunternehmen Ernst Umformtechnik mit Sitz im badischen Oberkirch ist aufgrund seines starken Unternehmenswachstums in den vergangenen Jahren an die Grenzen seiner Kapazität gestoßen. Dies gilt nicht nur für den Produktionsbereich, sondern auch für die Logistik. In den kommenden Jahren sollen nun Produktion und Logistik parallel zueinander ausgebaut, im Sinne einer tragfähigen Langfristplanung weiterentwickelt und an die zukünftigen Anforderungen des Unternehmens angepasst werden. Wertvolle Unterstützung bei der Erarbeitung der Grundlagen für eine langfristige Werksentwicklung am Standort Oberkirch und der damit verbundenen Neugestaltung des innerbetrieblichen Materialflusses hat das Karlsruher Beratungsunternehmen Integrated Logistics Systems (ILS) geleistet.

Heterogener Materialfluss verursacht logistische Ineffizienzen

Immer enger getaktete Produktionsabläufe und immer komplexere Produkte erfordern ein effizientes Zusammenwirken von Produktion und Logistik. „Nicht zuletzt, weil wir einen großen Teil unserer Werkzeuge, mit denen wir produzieren, selbst herstellen, müssen wir die Abläufe insgesamt optimieren, um die Werkzeuge und auch das Rohmaterial produktionsnah zur Verfügung stellen zu können“, sagt Matthias Ernst, Geschäftsführer von Ernst Umformtechnik. „Was den zur Verfügung stehenden Platz in den existierenden Hallen angeht, haben wir aufgrund der immer größer werdenden Produkte, Maschinen und Werkzeuge keine Erweiterungsflächen mehr.“ Der Materialfluss ist aufgrund des starken Umsatzwachstums immer stückweise erweitert worden, unter dem Strich ist so eine sehr heterogene und ineffiziente Logistikstruktur entstanden.

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Modulare Erweiterung der Produktions- und Logistikkapazitäten

Ein Projektteam von Ernst Umformtechnik erarbeitete auf Basis der Erfahrungen aus dem täglichen Betrieb und der zu erwartenden Zuwächse ein Logistikkonzept, das als Herzstück ein Logistikzentrum vorsah. ILS erhielt von der Firma Ernst zur Absicherung der eigenen Planungen den Auftrag, den vom Projektteam erstellten Entwurf zu überprüfen und als Alternative ein eigenes, unabhängiges Konzept für eine optimale langfristige Werksentwicklung zu erarbeiten. Eine erste Analyse der Materialströme und der Datenbasis ergab, dass der vom Projektteam erarbeitete Vorschlag mit einem Logistikzentrum im Mittelpunkt zu Einschränkungen bei einer langfristigen Werksentwicklung führt. „Im Zentrum der Neustrukturierung sollte deshalb aus unserer Sicht eine modulare Erweiterung der Produktions- und Logistikkapazitäten stehen, die zusammenhängend geplant und auf einen optimierten Materialfluss ausgerichtet ist“, erklärt Udo Moser, Inhaber des Beratungsunternehmens ILS. „Hierzu haben wir sämtliche internen Materialströme im Werk sowie die Prozesse und Kommunikationswege der Abteilungen untersucht.“

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