Phoenix Contact

Einbindung von Interbus und Profibus in Profinet

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Die Proxys werden Profinet-seitig als I/O-Device in den Busaufbau importiert. Sie basieren auf einem Profinet-Controller mit Ertec-400-Asic und unterstützen Profinet-I/O gemäß der Spezifikation nach dem Modular Mapping System. Das bedeutet, dass jedem Interbus- und Profibus-Teilnehmer ein Steckplatz im sogenannten Subslot-Modell zugeordnet wird. Die Anreihung der Steckplätze entspricht der Reihenfolge der Busteilnehmer im System. Steckplatz 1 ist für den Interbus- oder Profibus-Master reserviert, der das System steuert und abfragt.

Profibus-Proxy bietet mit DPV1 auch eine azyklische Kommunikation an

Die Daten werden über den zyklischen Prozessdatenkanal ausgetauscht, wobei der Profibus-Proxy mit DPV1 auch eine azyklische Kommunikation anbietet. Die Slaves nutzen dann die Steckplätze 2 und folgende. Im Gegensatz zu Profibus erlaubt Interbus keine leeren Steckplätze. Dies resultiert aus den zyklischen Prozessdaten eines Steckplatzes, die den Interbus-Slaves mit den Ein- und Ausgangsdaten direkt zugeordnet werden.

Der Proxy kann das komplette Interbus- oder Profibus-System über eine einzige IP-Adresse ansprechen. Besondere Einstellungen der Teilnehmer wie Identcode, Prozessdatenlänge und gerätespezifische Parameter werden über die Profinet-I/O-Parameter abgebildet. Die Ein- und Ausgangs- sowie Diagnosedaten eines jeden Slaves erfolgen über Device-Module, bei Profibus sowohl in Slots als auch in Subslots. Sie werden der Steuerung durch Diagnosealarme mitgeteilt und dort in Klartext dargestellt.

Interbus-Proxy reduziert die Parametrierungszeit

Bei Verwendung der Proxys von Phoenix Contact in Automatisierungssystemen besteht ein Unterschied zwischen dem Interbus- und dem Profibus-Gerät. Denn der Profibus-Proxy lässt sich nur in Verbindung mit einem Profinet-Controller und der Automatisierungs-Software PC Worx betreiben. Diese Einschränkung bezieht sich auf den Anlagenbau und den anlagennahen Maschinenbau, wo die Steuerungen der 300er und 400er Leistungsklasse von Phoenix Contact um die Profibus-Kommunikation erweitert werden (Bild 3).

Dazu fügt der Anwender den Profibus-Proxy, der direkt in den Gerätekatalog der Engineering-Umgebung PC Worx integriert worden ist, per Drag & Drop in den Busaufbau ein. Die Profibus-DP-Slaves werden über die GSD-Datei (General Station Description) in den Katalog aufgenommen und können dann die in der Datei hinterlegten Module nutzen.

Beim Interbus-Proxy lassen sich die Module aus der FDCML-Beschreibungsdatei (Field Device Configuration Mark-up Language) der Interbus-Slaves in die GSDML-Datei (Generic Station Description Mark-up Language) des Proxy einbinden. Mit Hilfe der GSDML-Datei hat der Anwender die Möglichkeit, das Interbus-Netz über einen Profinet-I/O-Konfigurator in verschiedenen Programmiersystemen – wie Step 7 von Siemens – zu erstellen.

Der Vorteil des Interbus-Proxys ist, dass das Interbus-System in PC Worx direkt über FDCML-Dateien projektiert und im Anlauf von der Steuerung parametriert wird. Das spart Parametrierungsaufwand und ermöglicht eine direkte Anbindung der Module. Zudem sind die Module optimal mit dem integrierten Diagnose-Tool Diag+ verknüpft. Damit erhält der Anwender eine umfassende Fehleranalyse (Bild 3).

Zusammenfassung aller Prozessdaten optimiert das Zeitverhalten

Durch Einsatz des Proxys können Profinet-Steuerungen somit ein unterlagertes Interbus- oder Profibus-Netz betreiben. Die hutschienenmontierbaren Geräte, die den Vollduplex-Betrieb mit 100 Mbit/s unterstützen, sind mit ihren vier Ethernet-Ports flexibel als Switches nutzbar. Sie zeichnen sich durch ein optimiertes Zeitverhalten aus, weil die Prozessdaten aller angekoppelten Komponenten zusammengefasst werden. Während der Interbus-Proxy maximal 512 Interbus- und 126 PCP-Teilnehmer verwalten kann, beträgt die Anzahl beim Profibus-Proxy höchstens 126 Profibus-Teilnehmer.

Die Konfiguration und die automatische IP-Adressierung erfolgen über den Profinet-I/O-Controller. Interbus- und Profibus-Proxy sind mit einem Parametrierungsspeicher ausgestattet, der im CF-Kartenformat eingebaut ist. Beide Geräte lassen sich über den Factory Manager updaten, in den ein TFTP-Server (Trivial File Transfer Protocol) integriert ist. Als Engineering-Tool wird PC Worx oder Step 7 verwendet.

* Michael Potthast ist Mitarbeiter im Produktmarketing Steuerungstechnik bei der Phoenix Contact Electronics GmbH in 31812 Bad Pyrmont

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