Spannmittel Elektromechanische Spannmittel verdrängen energiefressende Fluidik
Entwicklungsingenieure sind dabei, die Energieeffizienz von Werkzeugmaschinen weiter voranzutreiben. Dabei ist der Trend erkennbar, „energiefressende“ fluidische Antriebe durch elektromechanische zu ersetzen. Die hydraulikfreie Werkzeugmaschine steht schon in den Startlöchern.
Anbieter zum Thema

Um den Energiehunger von Maschinen zu reduzieren, gibt es viele Stellschrauben – und an allen wird gedreht. Weil beispielsweise die Hydraulik einer der hungrigsten Energiefresser ist, arbeiten Unternehmen an Alternativen. Als Mittel der Wahl für die Werkzeug- und Werkstückspannung gilt die Elektromechanik.
Elektromechanische Spannsysteme stechen Hydraulik aus
Für die Elektrifizierung der Werkzeugmaschine sprechen viele Gründe, wie Dr. Michael Fried, Geschäftsführer der Röhm GmbH in Sontheim, erläutert: „Die Einsparung der Hydraulikeinheiten reduziert nicht nur den Energieverbrauch erheblich, sondern auch die latente Gefahr von Leckagen. Hinzu kommt, dass elektronische Systeme flexibler sind, weniger Wartungsaufwand mit sich bringen und in puncto Betriebssicherheit up to date sind.“
Bereits 2008 präsentierte Röhm den elektrischen Hohlspanner EHS für Dreh- und Schleifmaschinen. Seit einem Jahr wird das System unter Praxisbedingungen erprobt – mit sehr gutem Erfolg, wie Fried betont: „Die ersten Elektrospanner wurden bereits an Kunden ausgeliefert. Das aktuelle Modell wird in Kürze als Serienprodukt gefertigt werden.“
Marktanteil elektrischer Spannsysteme bis 2015 verdoppeln
Mittlerweile hat Röhm eine ganzes Bündel „elektrisierter“ Spannsysteme im Portfolio, angefangen von einem Elektrospannkopf für Paletten über flexible Greifer bis hin zur mechatronischen Spannvorrichtung Clamp by Wire in Verbindung mit dem Werkzeugverriegelungssystem Super Lock. „Momentan führen wir eine Studie zu einer elektrischen Löseeinheit durch“, so Fried, „die wir künftig bauen werden.“
Ziel sei es, die Unternehmensgruppe als Systemlieferanten zu positionieren und „saubere“ Maschinen komplett bestücken zu können. Fried ist optimistisch, den Marktanteil elektrischer Spannmittel von derzeit unter 5% bis 2015 auf 10% steigern zu können.
Werkstückspannzeiten reduzieren sich um bis zu 50%
Ein „sauberes“, nämlich hydraulikfreies Bearbeitungszentrum hat die Grob-Werke GmbH & Co. KG in Mindelheim auf der AMB 2010 vorgestellt. Peter Vogl, Direktor Konstruktion und Entwicklung, gerät ins Schwärmen, als er einige Vorteile dieser neuen Maschinen nennt: „Abgesehen von der Einsparung des Hydraulikaggregats mit seinen Folgekosten lassen sich die Werkstückspannzeiten je nach Anzahl der Spanner und der Spannfolge um bis zu 50% reduzieren, die Span-zu-Span-Zeit verringert sich um 5%.“ Und weil keine harten Schläge beim Spannen und Lösen des Werkzeugs erfolgen, wird das Spindellagersystem geschont.
(ID:24908850)