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Nachhaltiges Bauen

Energieeffiziente Gebäudetechnik nutzt natürliche Ressourcen

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Mit Kennzahlen Energieflüsse transparent machen

Abläufe können in Szenarien zusammengefasst werden. Eine zeitgemäße Automatisierungstechnik im Gebäude ist unabdingbar für ein dynamisches Energie- und Gebäudemanagement, bei dem alle erforderlichen Daten erfasst und ausgewertet werden. „Diese Daten gewährleisten die nötige Transparenz aller Energieflüsse durch entsprechende Energiekenngrößen im Gebäude und geben Aufschluss über positive sowie negative Einflüsse des Nutzerverhaltens“, erläutert Mast. Daraus lassen sich wiederum zeitnah und zielgerichtet wirtschaftliche Optimierungsmaßnahmen ableiten.

In den 80er-Jahren wurden Kältemaschinen für die IT-Abteilung sowie hocheffiziente Wärmerückgewinnungsanlagen in drei Gebäuden installiert. Seit 1996 erzeugt ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk Grundlastwärme und Grundlaststrom gleichzeitig. Im Jahr 1998 wurde beim Bau der „gläsernen Fabrik“ ein ganzes Bündel an energie- und ressourcensparenden Maßnahmen durchgeführt. Gebäudetechnikspezialist Mast nennt einige konzeptionelle Eckpunkte: „Die Glasfassade für natürliche Beleuchtung ist so ausgelegt, das im Dezember die Beleuchtungsstärke in der Halle noch rund 500 Lux beträgt. Die Geometrie des Sheddachs mit Nordlicht wurde für eine spätere Photovoltaikanlage ausgelegt. Die Beheizung der Halle erfolgt vollständig über Abwärme, die auch genutzt wird, um Fassade und Fußboden zu heizen.“ Für eine weitere Verbesserung der Energiebilanz sorgen ein zweites Blockheizkraftwerk sowie eine Absorptionskältemaschine zur kostengünstigen Kälteerzeugung im Sommer. Die Abwärme der Druckluftkompressoren wird für Hochtemperaturbereiche genutzt.

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Jahreswärmemenge von 600.000 kWh dank Geothermie

Die 2006 installierte Photovoltaikanlage mit 1600 Solarmodulen auf dem Sheddach der „gläsernen Fabrik“ liefert eine Leistung von 337 kWp. Bis heute wurde die Photovoltaik auf 440 kWp ausgebaut. In Zukunft sollen noch mehr Flächen belegt werden. Als weiteren Meilenstein nennt Mast die 2009 installierte Geothermieanlage zum Heizen im Winter und zum Kühlen im Sommer: „Mit Bohrtiefen von 199 m und einer gesamten Rohrleitungslänge von 19.104 m hat sie eine System-Wärmeleistung von 380 kW und liefert eine Jahreswärmemenge von 600.000 kWh.“ Bleibt noch zu erwähnen, dass sich mit einem Energielastmanagement Leistungsspitzen verringern lassen: Sobald ein eingestellter Maximalwert überschritten wird, reduziert das System die Leistung geeigneter Verbraucher. Außerdem kann es energieintensive Prozesse kurzfristig ausschalten, und zwar nach einer Prioritätenliste, die auf den Nutzer abgestimmt ist. Damit lassen sich die Kosten für den Elektroenergiebezug reduzieren. Auf diesem integrierten Gesamtkonzept für die Gebäudetechnik ruht sich das Loßburger Unternehmen nicht aus, sondern entwickelt es in Sachen Energieeffizienz stetig weiter. „Ein wichtiges Ziel für das Jahr 2012“, so Hehl, „ist die Einführung eines nach DIN EN ISO 50001 zertifizierten Energiemanagementsystems.“

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