Industriesterben? Energiekrise gefährdet Europa als Industriestandort

Quelle: dpa

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Die Energiekrise bedroht nach Einschätzung der Unternehmensberatung PWC einige Schlüsselsektoren der deutschen Industrie. Sie befürchtet sogar, es könnte die Deindustrialisierung Europas bedeuten.

Während in Spanien und Frankreich der Energiemix für einen relativ seichten Anstieg der Energiepreise sorgt, geraten Länder wie Deutschland und Polen unter Druck. PWC hat analysiert, dass es sogar zu einer Deindustrialisierung kommen könnte. Hier mehr dazu.
Während in Spanien und Frankreich der Energiemix für einen relativ seichten Anstieg der Energiepreise sorgt, geraten Länder wie Deutschland und Polen unter Druck. PWC hat analysiert, dass es sogar zu einer Deindustrialisierung kommen könnte. Hier mehr dazu.
(Bild: T. Diegelmann)

Europa verliert laut Ansicht der Unternehmensberatung PWC als Produktionsstandort an globaler Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität. Besonders die deutsche Industrie treffen die extrem gestiegenen Gaspreisen hart, heißt es in einer Studie der PWC-Tochter Strategy&. Viele Unternehmen könnten sich deshalb in absehbarer Zeit dafür entscheiden, ihre Produktion innerhalb Europas neu aufzustellen, oder komplett aus Europa abzuziehen. Vor allem die Unternehmen aus der Metall-, Auto-, und Chemiebranche sind wegen der höheren Produktionskosten unter enormen Druck geraten, während in Frankreich und Spanien die Produktionskosten vergleichsweise moderat ansteigen, heißt es weiter. Ein Grund für die mildere Problematik sei der höhere Anteil von Atomstrom und erneuerbarer Energien im Energiemix dieser Länder. Stark von russischem Öl und Gas abhängige Länder wie Polen würden dagegen extrem gebeutelt.

Energiemarkt entspannt sich nicht vor 2024

Obwohl die deutsche Industrie in den meisten Branchen weiterhin günstiger als der EU-Durchschnitt produziere, könnten Unternehmen aus den am stärksten betroffenen Sektoren ihre Produktion in andere Regionen außerhalb Europas verlagern. Langfristig kann das zu Strukturverschiebungen innerhalb der europäischen Industrielandschaft führen, oder sogar zu einer Deindustrialisierung, befürchten die Analysten. Denn erst 2024 sei mit einer Entspannung am Energiemarkt zu rechnen. Um wichtige Industrien im Land zu halten, muss die Politik jetzt die richtigen Anreize geben, um etwa die Inflation zu drücken und die Energietransformation zu beschleunigen. Mit der Erhöhung der Energieeffizienz, dem Ausbau erneuerbarer Energien und Dekarbonisierung eröffneten sich für die Unternehmen außerdem weitere Chancen.

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