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Allerdings benötigt laut Gasteiger jedes Brennstoffzellen-Auto einen Katalysator. Das erfordere nach heutigem Stand 50 g Platin pro Fahrzeug, was Kosten von 2000 Euro allein für das Edelmetall verursache. Bei jährlich 70 Mio. hergestellten Fahrzeugen reiche die Platinförderung außerdem für 2 bis 5 g Platin pro Auto. Forscher arbeiteten daran, Brennstoffzellenautos mit weniger als 10 g Platin pro Fahrzeug zu realisieren, Gasteiger hält dies für langfristig bezahlbar und machbar.
Brennstoffzelle oder Batterie: die Elektroauto-Reichweite entscheidet
Bleibt die Frage, ob Brennstoffzellen-Fahrzeuge besser sind als Batteriefahrzeuge oder nicht. Für Gasteiger überwiegen die Vorteile der Brennstoffzelle bei längeren Reichweiten um die 500 km, bei Reichweiten von etwa 150 km sei es umgekehrt.
Alternativen zu Energiespeichern erforscht Prof. Thomas Hamacher, Inhaber des Lehrstuhls für Erneuerbare und Nachhaltige Energiesysteme: Zum einen untersucht er kontinentale Stromverbünde, zum anderen die Sektorkopplung von Strom mit Wärme oder Mobilität. „Wenn wir große Regionen zusammenschalten, bekommen wir ein unglaublich gleichmäßiges Angebot an erneuerbaren Energien. Dafür muss man aber große Stromnetze bauen“, erläuterte er. Dabei werde der Wind in einem europäischen Stromnetz dominieren, Solarenergie spiele nur eine kleinere Rolle.
Stromnetz-Ausbau und Kopplung des Wärmesektors als Alternativen zu Energiespeichern
„Der Ausbau der Stromnetze ist für die Integration der erneuerbaren Energien erst einmal das Vordringliche, es wäre auch ein schönes europäisches Projekt“, sagte Hamacher weiter. Das aktuelle europäische Stromnetz sei dafür konzipiert, einen kurzfristigen Ausfall auszugleichen, aber nicht, um große Strommengen zu transportieren. „Wir müssten die Kapazitäten in etwa verdoppeln“, berichtete der Forscher.
Eine weitere Möglichkeit, Stromspeicher zu vermeiden, sieht er in der Ankopplung des Wärmesektors an den Stromsektor: „Ohne Kopplung sind 100-mal mehr Speicher nötig, als wir heute haben, mit Kopplung deutlich weniger. Wenn wir den Wärmesektor an den Stromsektor koppeln, ändert sich das Bild schlagartig.“ Neben Power-to-Heat gebe es auch noch die Elektromobilität als Möglichkeit der Kopplung. Die Herausforderungen seien dabei weniger technischer Art, sondern eher auf tariflicher Ebene, weil der Stromtarif diese Flexibilität und Variabilität derzeit nicht widerspiegle.
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