Meyra / Yaskawa

Er schweißt und schweißt und schweißt – seit über 30 Jahren

| Autor / Redakteur: Markus Kern / Frauke Finus

Der V12B-RX von Yaskawa schweißt auch nach 30 Jahren zuverlässig und in bester Güte.
Der V12B-RX von Yaskawa schweißt auch nach 30 Jahren zuverlässig und in bester Güte. (Bild: Meyra)

Schweißroboter sind heute aus der Produktion nicht mehr wegzudenken. In den 1980er-Jahren hingegen kannte und nutzte diese Technik noch kaum ein Unternehmen. Einen solchen Schweißroboter installierte Yaskawa 1986 beim Rollstuhlspezialisten Meyra. Dieser Roboter ist nun seit über 30 Jahren im Einsatz – und liefert hervorragende Ergebnisse.

In einem Rollstuhl steckt mehr Hightech als es auf den ersten Blick zu vermuten wäre: So müssen pro Rollstuhl etwa 12 m Rohre und sonstiges Stangenmaterial geschnitten, gebogen, gebohrt, geschweißt, beschichtet und montiert werden. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Rollstuhlhersteller und zudem Lieferant von Rehabilitationsmitteln ist die vor über 80 Jahren gegründete Meyra GmbH mit Sitz in Kalldorf. Auf einer Fläche von über 30.000 m2 produziert das weltweit agierende Unternehmen Rollstühle und Reha-Hilfsmittel in höchster Qualität. Unter dem Claim „Wir bewegen Menschen“ ermöglicht die Meyra durch individuelle Lösungen Menschen mit Handicap Mobilität und Selbstständigkeit. Der Innovationsgeist des Rollstuhlspezialisten spiegelt sich nicht nur in der ständigen Weiterentwicklung von Produkten und Services wieder, sondern auch in der Wahl der Produktionsmaschinen. So war Meyra eines der ersten Unternehmen, in dem ein Schweißroboter in der Produktion zum Einsatz kam. Genau dieser Roboter schweißt nun schon seit über 30 Jahren – zuverlässig und in bester Güte.

Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Rollstühlen stieg in den 1980er Jahren so rasant an, dass Meyra in größere Räumlichkeiten umzog. So startete im Jahr 1984 die Produktion am Standort in Kalldorf. Tell Putsch, Meyra-Betriebsleiter, blickt zurück: „Die Produktionszahlen erhöhten sich auch nach dem Umzug nach Kalldorf rapide. So geschah es, dass innerhalb kürzester Zeit die frisch bezogenen Fabrikhallen und das Personal voll ausgelastet waren. Unser Unternehmen musste neue, innovative Ansätze finden, um alle Aufträge in gewohnt hoher Qualität und im vereinbarten Zeitraum fertigstellen zu können. Die Lösung fanden wir bei dem Roboterspezialisten Yaskawa, der gerade zu dieser Zeit seine ersten Schweißroboter herstellte.“ Der damals brandneue V12B-RX erhöhte die Produktionskapazität bei Meyra erheblich und machte den Vorreiter in Sachen Rollstuhltechnik auch zu einem Pionier der Roboter-Schweißtechnik.

Die Qualität hat auch nach 30 Jahren nicht nachgelassen

Der Sechsachsroboter mit einer Traglast von 12 kg und einer Wiederholgenauigkeit von 0,2 mm setzte Maßstäbe in den Bereichen Präzision und Output. Die Bedienfreundlichkeit des Roboters konnte Yaskawa auch schon in der 1980er-Jahren so gestalten, dass die Meyra-Mitarbeiter den Schweißroboter nach einer kurzen Einführung durch einen Roboter-Profi von Yaskawa selbstständig programmieren konnten. Der erste Bediener des Roboters ist bereits in Rente, der Roboter denkt jedoch noch lange nicht ans Aufhören.

Gerd Hunger, Abteilungsleiter Vorfertigung und selbst lange Zeit Programmierer und Bediener des Yaskawa-Schweißroboters über die Arbeit mit dem V12B-RX: „Früher wurde der Schweißroboter durchgehend in zwei Schichten bedient. Seit etwa acht Jahren nutzen wir den V12B-RX weniger. In der Produktion geht der Trend heutzutage in Richtung individuelle Fertigung. Hier ist wieder mehr Personaleinsatz und weniger Roboter gefragt. Dennoch kommt der V12B-RX noch regelmäßig zum Einsatz. Immer dann, wenn größere Mengen vom gleichen Bauteil, zum Beispiel Rollstuhlrahmen oder Kleinteile geschweißt werden müssen, ist er zur Stelle. Die Qualität der Schweißnähte hat nach nun über 30 Jahren Einsatz nicht nachgelassen und bis auf ein paar Verschleißteile mussten wir am Roboter nichts reparieren.“

Retrofit als wirtschaftliche Alternative zum Neukauf

Dass der Schweißroboter V12B-RX auch nach über 30 Jahren qualitativ hochwertige Schweißnähte liefert, ist kein Zufall. Die Langlebigkeit der Produkte ist schon immer ein fester Bestandteil der Yaskawa-Firmenphilosophie. Mit Fokus auf den Themen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit entwickelte der japanische Roboterspezialist systematische Retrofitprogramme, die alten Robotern wieder neues Leben einhauchen.

Ein steigendes Bewusstsein für Kosten und Ressourcen hat dazu geführt, dass industrielle Produktionsanlagen immer länger genutzt werden. Mit der Wahrscheinlichkeit eines Maschinendefekts erhöht sich auch das unternehmerische Risiko. Im Havariefall steht die Produktion im Zweifelsfall mehrere Tage still. Die Lösung besteht häufig darin, alte Roboter durch neue zu ersetzen. Yaskawa bietet als attraktive Alternative zum Neukauf systematische Retrofitprogramme für in die Jahre gekommene Roboter an. Die Roboter werden planmäßig an einem bestimmten Termin überholt oder mit einem bereits überholten Roboter ausgetauscht. Durchschnittlich sind rund 60 % der Verschleißteile eines Roboters nach dem Retrofit komplett neu.

Aufgrund der hohen Beanspruchung durch die permanente Bewegung stehen die Manipulatoren im Fokus der meisten Retrofit-Maßnahmen. Sie werden komplett gereinigt, neu lackiert, in einem 24-Stunden-Testlauf auf Herz und Nieren geprüft und neu kalibriert. Ein Festpreis, der sich an der Tragkraft des Roboters orientiert, bietet maximale Investitionssicherheit. Darüber hinaus erhöht Yaskawa die Gewährleistung auf getauschte Komponenten um ein Jahr.

Mit 7 Achsen auf engstem Raum

Yaskawa auf der Euroblech 2018

Mit 7 Achsen auf engstem Raum

03.10.18 - Komponenten und Lösungen für automatisierte Füge-, Beschichtungs- und Trennprozesse zeigt Yaskawa zur Euroblech. Im Fokus stehen dabei neben den Motoman-Robotern für Punkt- und Lichtbogenschweißen, Schneiden und Handling (Materialzuführung) auch Antriebs- und Steuerungstechnik speziell für Metallbearbeitungsmaschinen. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45775324 / Robotik)

Gut zu wissen

Der Business-Knigge

Wohin kommt die Serviette? Wer sitzt wo im Dienstwagen? Und darf ich eigentlich Notizen auf eine fremde Visitenkarte machen? Wir haben die Antworten. lesen

Gut zu wissen

Zeitmanagement

Persönliche Ziele in nur einer Minute erreichen, die produktivste Phase des Tages nutzen und keine Zeit mehr in Meetings verschwenden – mit unseren Tipps werden Sie zum effektiven Zeitmanager. lesen