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Erfolgsmodell Photonik

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Handelssanktionen belasten Mittelstand

Betrachtet man die Lage seit der Fachmesse Optatec im Jahr 2014, gingen die Umsätze mit Russland spürbar zurück. Die Gründe dafür sind laut Pfaff im Verfall der Energiepreise und der damit einhergehenden verminderten Liquidität Russlands zu suchen. Sie seien aber im Wesentlichen auch die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts und der damit verbundenen Handelssanktionen. Letztere hätten eine direkte Auswirkung auf den Mittelstand, mit allen negativen Konsequenzen. Pfaff weiter: „Bei allem Verständnis für die Hintergründe solcher Entscheidungen möchte ich hier einen dringenden Aufruf an die Politik richten, auf eine möglichst schnelle Entspannung hinzuarbeiten.“

Die Probleme beträfen aber nicht nur den russischen Markt. So weiß Pfaff, dass in Indien bei einigen Kunden Lieferbeschränkungen aufgrund von US-Handelssanktionen bestehen, dass aber in den betreffenden Fabriken amerikanische Maschinen stünden. „Europa muss im Sinne des Mittelstandes selbstbewusster auftreten“, fordert Pfaff. Handelshemmnisse müssten schnellstens beseitigt werden.

Es bestehe derzeit noch kein Grund zum Pessimismus, aber Vorsicht sei durchaus angeraten. Die bundesdeutsche Industrie basiere, so Pfaff weiter, im Wesentlichen auf der Lieferung von Technologie, dem Maschinen- und Anlagenbau. Auch und gerade in der Optikindustrie habe Deutschland eine führende Rolle. Die Wirtschaftsprognosen für das laufende Jahr 2016 bewegten sich, je nach Quelle, mit einer Wachstumsrate von 1,5 bis 2 % noch immer in einem ansehnlichen Bereich, branchenspezifisch seien diese teilweise durchaus höher. Die zurzeit bestehenden Herausforderungen und Belastungen könnten aber zu sinkenden Exporten führen, was in letzter Konsequenz auch auf dem Arbeitsmarkt sichtbar würde, so Pfaff weiter.

Bei den Einfuhren nach Deutschland steht China an erster Stelle, erläutert Branchenexperte Süptitz, und hat Japan damit von dieser Position verdrängt. China konnte seine Exporte nach Deutschland auf Jahressicht um fast 22 % steigern.

Gliedere man den Photonikmarkt nach Anwendungsbereichen, dann spielten für Deutschland die Bereiche Medizintechnik, Messtechnik und Bildverarbeitung sowie Produktionstechniken die größte Rolle. Diese drei Felder machen laut Süptitz zusammen circa 55 % des Gesamtumsatzes der Photonik aus. Dabei entfallen auf die Medizintechnik rund 20 %, auf die Messtechnik und Bildverarbeitung etwa 18 % und auf die Produktionstechnik circa 17 %. Rückgänge gab es zuletzt im zyklischen Halbleiterausrüstungsmarkt sowie in den in Deutschland ohnehin eher geringer vertretenen Photonikfeldern Optische Nachrichtentechnik, Optische Speicher und Displays.

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Das Stimmungsbarometer in der Branche ist weiterhin deutlich positiv, weiß Süptitz, wenn auch mit deutlichen Abstufungen in Abhängigkeit von den Anwendungsfeldern. Besonders positiv gestimmt seien die Hersteller von Analysegeräten. Gedämpftere Stimmung gebe es weiterhin bei der Halbleiterausrüstungsindustrie, der Fototechnik und der optischen Nachrichtentechnik. Für die gute Entwicklung der Branche spricht auch der Weltmarktindex Optische Technologien. In diesem Index, den Spectaris quartalsweise erstellt, spiegeln sich die Umsatzentwicklungen von 15 internationalen, börsennotierten Unternehmen der Branche wider. Nach einem extremen Einbruch im Jahr 2009 steigerte sich der Index in allen darauffolgenden Quartalen und erreichte im 4. Quartal 2015 seinen bisherigen Höchstwert.

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