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Erfolgsmodell Photonik

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Digitalisierung als Herausforderung

Wie Unternehmen aus allen Branchen sieht sich auch die Photonikbranche mit der Digitalisierung der Produktion, zusammengefasst unter dem Begriff Industrie 4.0, konfrontiert. „Industrie 4.0 ist ein hochaktuelles Thema“, sagt auch Daniela Reuter, Geschäftsführerin Optence e.V., des Photoniknetzwerks mit Schwerpunkt in Hessen und Rheinland-Pfalz, und Vorstandsvorsitzende von Optecnet Deutschland e.V., dem Dachverband der regionalen Photoniknetze.

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Aufgrund der Vielzahl der Berichte und der Menge der angebotenen Infoveranstaltungen könne man, so Reuter, den Eindruck gewinnen, niemand käme an diesem Thema vorbei und die Akzeptanz in der Industrie müsse sehr hoch sein. Die Realität sehe aber anders aus. Die Skepsis besonders der Klein- und Mittelständler in der Photonikbranche sei groß. Auf der einen Seite hätten Umfragen gezeigt, dass knapp 80 % der Unternehmen in den nächsten 5 bis 10 Jahren einen mittleren bis großen Einfluss auf ihr Unternehmen erwarten, sowohl als Zulieferer als auch als Anwender. Auf der anderen Seite werde der heutige Einfluss jedoch von der Mehrheit als gering bewertet und die Hürden wie mangelnde Datensicherheit, großer Investitions- und Implementierungsaufwand als deutliche Hemmnisse wahrgenommen.

Die Ausgangslage vieler Unternehmen sei aber schwierig, sie seien noch nicht auf die Digitalisierung vorbereitet. Reuter präzisiert: „Die aktuelle Situation in der Präzisionsoptik ist durch ,Manufakturen', viel manuelle Koordination, geringen Einsatz von IT-Systemen und Automatisierung gekennzeichnet.“ Lieferzeiten, Qualität und Produktivität könnten durch eine größere Digitalisierung deutlich erhöht und Preise gesenkt werden. Dies seien wichtige Voraussetzungen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

Wichtig ist, so Reuter weiter, den Unternehmen auch „kleine Lösungen“ aufzuzeigen, die keinen Umbau des gesamten Maschinenparks erfordern. Ein Beispiel seien bereits existente Assistenzsysteme, die handwerkliche Arbeitsplätze, wie sie auch in der Photonikindustrie in großer Zahl existieren, durch Kameras und Monitore unterstützen. Durch diese Assistenzsysteme werde der Arbeitnehmer angeleitet, Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge korrekt durchzuführen. Dies sei eine Chance für Unternehmen, auch Arbeitskräfte mit geringen deutschen Sprachkenntnissen und niedrigem Ausbildungsstand in ihre Firma zu integrieren.

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Info
BMWi-Förderinitiative Mittelstand 4.0

Ziel der Initiative ist nach Angaben des Bundesministeriums die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und das Erschließen neuer Geschäftsfelder im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0. Dazu entstehen derzeit bundesweit vier Mittelstand-4.0-Agenturen, zehn Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren und ein Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, die durch einen gezielten und zielgruppenspezifischen Wissens­transfer das Know-how in den Unternehmen zu Digitalisierungsthemen verbessern.

Vier Mittelstand-4.0-Agenturen arbeiten in speziellen Schwerpunktthemen der Digitalisierung und des E-Business. Sie tragen ihr Know-how sowohl in die Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren als auch zu Multiplikatoren und direkt in die Unternehmen.

  • Mittelstand-4.0-Agentur Cloud: unterstützt bei Fragen des Einsatzes und der Verbreitung von Cloud-Computing-Techniken.
  • Mittelstand-4.0-Agentur Prozesse: leistet Hilfe beim Einsatz von digitalem Prozess- und Ressourcenmanagement.
  • Mittelstand-4.0-Agentur Kommunikation: trägt zur Verbreitung von digitalen Kommunikationsprozessen, Wissensmanagement, E-Learning und Innovationsmanagement bei.
  • Mittelstand-4.0-Agentur Handel: beantwortet Fragen zu neuen Techniken im digitalen Handel; beispielsweise zur E-Rechnung und zum Produktionsverbindungshandel.

Diese Förderinitiative ist Teil der Digitalen Agenda und des auf dem letzten IT-Gipfel angekündigten Maßnahmenpakets Innovative Digitalisierung der deutschen Wirtschaft.

www.mittelstand-digital.de

Reuter sagt aber auch, dass Industrie 4.0 den Photonikunternehmen Chancen eröffnet, als Zulieferer, als Anwender, aber auch durch die Definition neuer Geschäftsfelder. Diese Chance nutzt beispielsweise der Optikmaschinenbauer Satisloh in Wetzlar. Satisloh hat ein Manufacturing-Execution-System (MES) entwickelt, in dem auf Management-Ebene Kundenaufträge, Jobs, Ressourcen und Material erfasst werden. Dies ermöglicht dem Unternehmen eine Echtzeitplanung mit „Was-wäre-wenn“-Szenarien. Weiterhin erfasst das Unternehmen die Betriebsdaten der Maschinen und liefert dem Kunden Produktivitätsanalysen. Die neu entwickelte App „Satisloh live“ benachrichtigt die Kunden im Fehlerfall, zeigt den Maschinenstatus an und erlaubt Zugriff auf Maschineninformationen. MM

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