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Extrudierbares PPA Erste Halbzeuge aus PPA bereichern den Kunststoffteilemarkt

| Redakteur: Peter Königsreuther

Die BASF hat jetzt ein Polyphtalamid (PPA) entwickelt, dass man extrudieren kann.Halbzeuge daraus fertigt Gehr. Das Material ist vielfach robust, was es für harte Einsatzbedingungen ideal macht.

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Das Mannheimer Unternehmen Gehr beherrscht das Extrudieren von Ultramid Advanced N von der BASF. Erstmals gibt es nun Halbzeuge aus dem hochtemperaturbeständigen Kunststoff.
Das Mannheimer Unternehmen Gehr beherrscht das Extrudieren von Ultramid Advanced N von der BASF. Erstmals gibt es nun Halbzeuge aus dem hochtemperaturbeständigen Kunststoff.
(Bild: BASF)

Das neue PPA heißt genauer gesagt Ultramid Advanced N5H UN und wird bei Gehr in Mannheim verarbeitet, informiert die BASF. Dort werden Vollstäbe mit einem Durchmesser von 50 mm extrudiert. Weil der Thermoplast eine teilaromatische chemischen Struktur hat (Ringmoleküle) ist Ultramid Advanced N mechanisch auch bei höheren Temperaturen sehr stabil, heißt es weiter. Hinzu kommen die gute Chemikalien- und Hydrolysebeständigkeit, die auch dann vorhanden seien, wenn ein Bauteil aus PPA in aggressiven Umgebungen eingesetzt werden soll. Sehr gute Gleitreibeeigenschaften bei Temperaturen über 100°C vervollständigen die Eigenschaftspalette dieses Hochleistungspolymers.

Aufgrund der geringen Wasseraufnahme sollen die mechanischen Eigenschaften über einen weiten Temperaturbereich konstant bleiben. Das Hochleistungsmaterial mit seinen langen Makromolekülen sei auch bei Feuchtigkeitseinflüssen so dimensionsstabil, das es in dieser Hinsicht, mit Blick auf Polyamide (PA) im Allgemeinen, das beste Verhalten an den Tag lege. Es gebe zwar auch andere PPA-Werkstoffe, doch das hier vorgestellte soll das am einfachsten zu verarbeitende sein.

Das PPA macht auch bei über 120 °C seinen Job

Die BASF sagt, dass das PPA deshalb der ideale Kunststoff ist, wenn es um die Extrusion von Vorserienbauteilen und und die Herstellung kleiner Baugruppen geht. Denkbar sind viele Einsatzfälle im Automobilbereich, im Maschinenbau und auch in Küchengeräten, wo höhere Temperaturen (auch über 120 °C) und chemische Angriffe zu erwarten sind, heißt es. Im Übrigen kann der Kunststoff auch gut spanend bearbeitet werden. Die BASF platziert seine Zerspanbarkeit zwischen der von Polyamid und copolymerem POM (Polyoxymethylen). Die Spanbildung laufe ruhig und stetig ab. Die BASF schließe damit die Lücke zwischen Halbzeugen aus Polyethertherketonen (PEEK) und Polyarylsulfonen (PAS). Und natürlich kann man daraus auch andere extrusionstypische Halbzeuge herstellen, ,merkt die BASF an.

Folglich sind Bauteile, die relativ hohen Betriebstemperaturen ausgesetzt sind und/oder in Systemen gleitende Bewegungen ausführen müssen, die Zielgruppe. Die BASF präzisiert, und sagt, dass etwa Pumpenkörper, die exakt ihr Maß behalten könnten und auch Zahnräder sowie Thermostatgehäuse und natürlich Gleitschienen sowie der Einsatz im Motorbereich denkbar sind. Speziell in letzterem Fall punktet das PPA mit seiner Beständigkeit gegen Kühlmittel, Säuren, Salzen und Enteisungsmittel.

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