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Dr. Hans Bünting, Geschäftsführer der RWE Innogy GmbH in Essen, beantwortete die Fragen nach dem Engagement der Chinesen und Amerikaner: „Wir sind 21 Gesellschafter bei DII. Dabei werden wir Solarpaneele in Marokko benötigen und First Solar liefert diese.“ Weiter meinte er, dass RWE auf ein virtuelles Kraftwerkskonzept setze, das die Erzeugung von Onshorewindenergie und Photovoltaik auf intelligente Art und Weise kombiniere und dadurch die Kosten senke. Das Kraftwerk soll 100 MW leisten. Dabei will RWE das Wüstenstromprojekt ohne öffentliche Fördermittel organisieren.
Kapitalbeschaffung für Gemeinschaftsprojekt bleibt Knackpunkt
Der Energiemanager Dr. Olaf Heil meinte zum Projektstand: „Wir finden dort exzellente Bedingungen für die erneuerbaren Energien. Von den Marokkanern werden wir unterstützt.“ Der Preis pro Kilowattstunde soll unter 20 Cent liegen. RWE will zunächst für den marokkanischen Markt produzieren, sieht aber auch in Deutschland einen Markt für den Strom aus der Wüste. Zur Zeit ist man in Essen auch auf der Suche nach Partnern für Finanzierung, Technik und die Realisierung in Marokko.
Van Son meinte: „Die Industrie sollte über Risikokapital verfügen und technische Fortschritte vorantreiben.“ Dabei eröffnet insbesondere der marokkanische Solarplan, wie es in Zukunft weitergehen kann. Durch die Realisierung von Kraftwerken in Marokko wird das Land der CO2-armen und klimafreundlichen Zukunftstechnik den Durchbruch verschaffen und gleichzeitig die starke Abhängigkeit von Energieimporten verringern. Jedoch ist gerade die Kapitalbeschaffung für das visionäre Gemeinschaftsprojekt ein Knackpunkt, wie auch Jonathan Walters von der Weltbank auf der Konferenz äußerte.
KfW unterstützt Solarprojekte mit Millionenkredit
Nicht im Rahmen der DII-Gesellschaft, jedoch im Bereich der Desertec-Vision ist die KfW-Bank als Bundesorganisation aktiv. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der marokkanischen Projektgesellschaft Moroccan Agency for Solar Energy (Masen) hat sie einen Darlehensvertrag für das erste größere solarthermische Kraftwerk Marokkos unterzeichnet. Das Kraftwerk soll in Ouarzazate gebaut werden. Der Baubeginn ist für Anfang des Jahres 2013 geplant und der erste Solarstrom soll bereits 2015 fließen.
„Die Verwirklichung der ehrgeizigen Erneuerbaren-Energie-Pläne in vielen Ländern Nordafrikas rückt wieder einen Schritt näher", sagte Dr. Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW-Bankengruppe. Neben der deutschen Bundesregierung sind die Europäische Kommission, die Europäische Investitionsbank (EIB), die französische Agence Française de Développement (AFD) sowie die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank beteiligt. Der deutsche Beitrag liegt einschließlich der Ministerien bei 115 Mio. Euro. Für den weiteren Ausbau des Kraftwerkparks ist von deutscher Seite eine vielfach höhere Finanzierung in Aussicht gestellt. Das Kraftwerk wird Strom für rund 530.000 Menschen erzeugen.
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