Serviceroboter Es gibt zunehmend Ideen für automatisierte Dienstleistungen
Im Vorfeld der Expert Days befragten wir Dr. Roko Tschakarow, Geschäftsbereichsleiter Mobile Greifsysteme bei der Schunk GmbH & Co. KG, zu aktuellen Trends in der Servicerobotik. Dabei geht es heute nicht mehr um futuristische Forschungsprojekte, sondern um handfeste wirtschaftliche Interessen.
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Herr Dr. Tschakarow, die Schunk Expert Days sind inzwischen eine etablierte Kommunikationsplattform für angewandte Servicerobotik. Welche Schwerpunkte hat das diesjährige Symposium Ende Februar?
Tschakarow: Die Schunk Expert Days tragen in diesem Jahr den Titel „Vision becomes Reality”. Im Mittelpunkt der sechsten Veranstaltung stehen konkrete Anwendungen in der Wirtschaft. So werden am 27. und 28. Februar unter anderem Experten von Bosch, Kuka, ABB und BMW über ihre aktuellen Projekte berichten.
Wie wichtig ist das Thema Servicerobotik Ihrer Meinung nach heute für die Industrie?
Tschakarow: Fast alle großen Industriekonzerne haben die Servicerobotik inzwischen auf ihrer Agenda – das ist ein klares Indiz für die Bedeutung des Themas. Auffällig ist, dass es längst nicht mehr um futuristische Forschungsprojekte geht. Vielmehr stehen handfeste wirtschaftliche Interessen im Mittelpunkt. Dass der Onlinehändler Amazon den Anbieter für robotergestützte Lagerlogistik Kiva Systems für 775 Mio. US-Dollar übernommen hat, ist unserer Ansicht nach nur der Anfang. Schon heute wird mit Hochdruck an unterschiedlichsten Anwendungen gearbeitet. Wir erwarten, dass sich das Innovationstempo in den kommenden Jahren deutlich beschleunigen wird. Viele Unternehmen nutzen die gegenwärtige Phase, um die Potenziale des Marktes einzuschätzen, Anwendungsfelder im eigenen Unternehmen zu identifizieren und sich für die rasante Entwicklung der kommenden Jahre aufzustellen.
Welche Trends und Entwicklungen erwarten Sie in der Servicerobotik?
Tschakarow: Die wichtigsten Entwicklungssprünge wird es im Bereich Sicherheit geben, vor allem in puncto Personensicherheit. In Verbindung mit leistungsfähigen Sensoren wird es künftig möglich sein, die Leistung und Kraft von Servicerobotern situationsabhängig in Echtzeit so zu regulieren, dass von den Geräten keine Gefahren für Mensch und Material ausgehen. Darüber hinaus entstehen zunehmend Ideen und Lösungen für automatisierte Dienstleistungen mit Robotern. Die autonome Funktion der Geräte und ihre Vernetzung über das Internet ist ein enorm wichtiger Entwicklungsschritt. Auf diese Weise werden Serviceroboter im Zusammenspiel mit kostengünstigen Sensoren in die Lage versetzt, sich auch in unstrukturierten Umgebungen prozessstabil zu verhalten und auf eine gemeinsame Datenbasis zuzugreifen. Eine wesentliche Voraussetzung für den breiten Einsatz der neuartigen Geräte besteht in der Schaffung sinnvoller rechtlicher Bedingungen, beispielsweise für den fahrerlosen Betrieb im öffentlichen Straßenverkehr oder anderen öffentlichen Bereichen und Einrichtungen.
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