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Korrosive Medien

Exzenterschneckenpumpe für die Erdgasförderung

| Autor/ Redakteur: Constantino Spagnoletti / Rebecca Vogt

Erdgas ist ein entflammbares und korrosives Medium. Bei der Förderung müssen robuste Systeme und Geräte zum Einsatz kommen – wie ein Anwendungsfall aus Nordafrika zeigt.

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Die Allweiler SNTP, eine vertikal montierte Pumpe, eignet sich für den Einsatz in der Erdgasförderung.
Die Allweiler SNTP, eine vertikal montierte Pumpe, eignet sich für den Einsatz in der Erdgasförderung.
(Bild: Allweiler/Circor)

Ein nordafrikanisches Öl- und Gasunternehmen benötigte für ein entwickeltes Erdgasfeld eine neue Abscheide- und Druckerhöhungsanlage, die Flüssigkeiten aus dem bestehenden Sammelsystem entnimmt und den Druck am Eingang der vorhandenen Gas- und Flüssigkeitsaufbereitungsanlagen erhöht. Mithilfe dieser Infrastruktur soll das Gas für den kommerziellen Verkauf komprimiert werden.

Das Unternehmen fasste für die geschlossene Absaugfasspumpe zunächst eine Kreiselpumpe ins Auge. Jedoch fand sich hier keine Lösung, die die sehr niedrigen Ansaugdrücke zusammen mit wechselnden Viskositäten in einem Prozessablauf bewältigen konnte. Daher benötigte man bei der Auswahl der Pumpen einen alternativen Ansatz – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich um eine Anwendung mit konstantem Durchfluss von entflammbaren und korrosiven Flüssigkeiten handelt.

Der Anwender entschied sich für eine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Unternehmen Circor, zu dem seit 2017 auch der deutsche Pumpenbauer Allweiler aus Radolfzell gehört. Für die beschriebene Anwendung empfahl Circor dem afrikanischen Unternehmen eine Exzenterschneckenpumpe gemäß API 676 mit doppelten Gleitringdichtungen gemäß API 53B.

Robuste Exzenterschneckenpumpe mit Elastomerstator

Eine Exzenterschneckenpumpe besteht aus einem Rotor oder einer Exzenterschnecke, umgeben von einem Elastomerstator. Allweiler produziert als einer der weltweit wenigen Hersteller von Exzenterschneckenpumpen speziell ausgearbeitete Elastomerstatoren vollständig selbst. Auch die Qualitätskontrolle und das Testen der Statoren finden direkt im Werk des Herstellers statt.

Die Materialien der Exzenterschneckenpumpen eignen sich besonders gut für stark kontaminierte oder stark sediment- und wasserhaltige Flüssigkeiten, wie etwa produziertes Wasser und Rohgaskondensat. Sie kommen mit schwankenden Betriebsdrücken, niedrigen NPSH-Werten und variablen Flüssigkeitskonsistenzen zurecht.

Das nordafrikanische Unternehmen wählte für sein Vorhaben schließlich die Allweiler SNTP, eine vertikal eingebaute Pumpe, welche gemäß API 676 (3. Edition) mit medienberührten Werkstoffen wie Duplex-Edelstahl für eine bessere Korrosions- und Verschleißfestigkeit konzipiert wurde. Das von Circor gelieferte Paket umfasste außerdem extern angebrachte Druckbegrenzungsventile mit einer Hilfsverrohrung und Flanschanschlüssen an der Grundplattenkante.

Materialproben belegten Beständigkeit des eingesetzten Werkstoffs

Um den Kunden – angesichts der hoch schwefelhaltigen Prozessflüssigkeiten – bei der Auswahl des Stator-Materials zu unterstützen, stellte Circor Materialproben bereit. So konnte man demonstrieren, dass der ausgewählte Allweiler-HP-(HNBR-)Statorwerkstoff die tatsächlichen Eigenschaften der Prozessflüssigkeiten verträgt und diesen auch über lange Zeiträume hinweg standhält.

Durch die Zusammenarbeit mit den Pumpen-Experten war der Endanwender in der Lage, eine akzeptable und konforme Lösung für die Förderung auf dem Erdgasfeld auszuarbeiten. Das Komplettpaket wurde hinsichtlich Technik, Qualität und Test-Standards entsprechend den Anforderungen des nordafrikanischen Öl- und Gasunternehmens geliefert.

* Constantino Spagnoletti ist Vertriebsleiter Vereinigte Arabische Emirate und Kuwait bei Circor International, Tel. (0 09 71-56) 9 04 34 91, Constantino.Spagnoletti@circor.com

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