Fachkräfte

Fachkräftemangel – der spanische Glücksfall

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Vater und Mutter sind in Spanien und die Töchter im Ausland

Rund 1600 Euro investierte Fernandez-Aparicio Ruiz in ihre deutsche Zukunft und im Januar 2012 scheint sich die Investition auszuzahlen. Das Goethe-Institut in Schwäbisch-Hall vermittelt ihr ein Praktikum bei Ziehl-Abegg. „Bezahlt natürlich“, mischt sich Pressemann Grill ein. „Ich hatte viel Angst vor der Sprache“, gibt die ehemalige Praktikantin zu. „Nicht so bescheiden“, meint Grill. „Cristina spricht Englisch, Deutsch, Portugiesisch und Italienisch.“ Cristina Fernandez-Aparicio Ruiz lacht schüchtern. „Portugiesisch und Italienisch nur ein bisschen, das stimmt“, sagt sie auf Deutsch und wechselt dann wieder ins Englische. Sie fühlt sich in Englisch noch sicherer. Ihre Qualifikation und ihr Umgang mit Kollegen überzeugten die Vorgesetzten. Nach drei Monaten Praktikum hielt sie ihren Arbeitsvertrag in den Händen – zu gleichen Bedingungen wie deutsche Kollegen.

„Deutschland ist für mich nicht ein Projekt von zwei bis fünf Jahren. Ich will hier bleiben“, beteuert die frischgebackene Ziehl-Abegg-Mitarbeiterin. Das wissen auch ihre Eltern, die sie regelmäßig besucht. Der Vater, Elektrotechniker, war bei dem Telekommunikationskonzern Telefónica beschäftigt. Ein Leben im Ausland stand für ihn und seine Frau nie zur Debatte – bis die erste Tochter in die USA zog. Sie leistete Pionierarbeit für Cristina. Weiter als in die Vereinigten Staaten von Amerika konnte es nicht gehen. Deutschland war für die Eltern dagegen harmlos. Die Familie sykpt mittlerweile miteinander und im Winter wollen sie sich alle in der Heimat wiedersehen.

Zuhause ist in Baden-Württemberg, daheim in Spanien

Cristina Fernandez-Aparicio Ruiz' Zuhause ist jetzt in Baden-Württemberg, ihre Heimat bleibt Spanien. Ob sie zurückkommt, ist offen. Sie lebt in einer möblierten Wohnung, ihre Eigentumswohnung hat sie vermietet. Nach der Arbeit geht sie laufen. Sie hat Ausdauer – beruflich beim Lernen der Sprache und privat auf der Joggingstrecke. Sie ist eine Frau für den Marathon des Lebens.

Den Alltag verbringt sie mit Kino, Shoppen oder Ausgehen. Cristina Fernandez-Aparicio Ruiz zieht es dann meistens ins 25 km entfernte Schwäbisch-Hall, denn das kleinste Goethe-Institut Deutschlands organisiert zwei Mal in der Woche einen Auslandsstammtisch. An ihm nehmen Spanier und andere Nationalitäten Platz. Sie diskutieren über die Arbeit, ihre Lebenssituation und sprechen ihre Muttersprache. Die Ingenieurin hat es bei Ziehl-Abegg gut getroffen, denn einer ihrer Kollegen, Antonio, kommt auch von der iberischen Halbinsel. Er war ein fremder Vertrauter in der Fremde. „Klar, wir unterhalten uns auch über Spanien und die Situation“, berichtet Cristina Fernandez-Aparicio Ruiz.

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