Robotertechnik Fanuc-Roboter als Messgerät bei Fusionsprojekt Wendelstein 7X
Wasserstoffkerne verschmelzen und Energie freisetzen: Das sollte ein Fusionsreaktor können. Technisch beherrscht, könnte das die Energieversorgung der Zukunft sein. Und ein kleiner gelber Roboter ist dabei, wenn die Vision in technische Realität umgesetzt wird. Wobei der LR Mate von Fanuc Robotics am Projekt Wendelstein 7X in Greifswald weniger der Produktivität als vielmehr der Präzision dient.
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Weltweit sind Institute und Institutionen dabei, Fusionsreaktoren zu bauen oder zu testen. Wenn „Wendelstein 7X“ im Jahr 2014 in den ersten heißen Test geht, wird es der weltweit größte Stellarator seiner Art sein. Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Teilinstitut Greifswald, betreibt innerhalb der Helmholtz-Gesellschaft die Stellarator-Forschung und baut auch Wendelstein 7X.
Beim Aufbau des Plasmagefäßes sind unterschiedliche Materialien zu verbinden
Alle fünf Module sind bereits montiert und befinden sich auf dem Maschinenfundament. In den nächsten Wochen werden die Module miteinander verbunden, weitere Stutzen für die Beobachtung des Plasmas montiert und die Auskleidung des Plasmagefäßes begonnen. Die Plasmagefäßsektionen kommen von MAN Turbo & Diesel, ehemals Deggendorfer Werft. Dort wurden die insgesamt 200 Ringe für das Plasmagefäß gefertigt.
Beim mehrlagigen Aufbau des Plasmagefäßes samt Isolation sind ganz unterschiedliche Materialien zu verbinden, beispielsweise auch glasfaserverstärkte Kunststoffschilde mit einlaminierten Kupfernetzen für die Isolation. Die Herausforderung: Fertigungstoleranzen im 1/10 mm-Bereich.
An den Innenwänden des Reaktorgefäßes werden pro Modul etwa 1.200 Bolzen und Halterungen angeschweißt, insgesamt also 6000 Elemente.
Die Bolzen dienen hauptsächlich als Halterungen für die Einbauten im Plasmagefäß. „Für 6000 Bolzen lohnt es schon, sich eine intelligente Lösung einfallen zu lassen“, ist Michael Czerwinski, am IPP zuständig für Komponenten im Plasmagefäß, zufrieden mit der Roboterlösung.
Kompakte Bauform des Roboters war wichtiges Auswahlkriterien
In der Röhre herrscht Schutzhelm-Pflicht. Einzig geduldete Ausnahme ist der Fanuc-Roboter LR Mate 200iC. Die kompakte Bauform war eines der wichtigen Auswahlkriterien. Nicht nur, dass es in der Röhre eng zugeht, sondern der Roboter sollte auch durch das Mannloch passen.
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