AMB 2014 Faserverstärkte Werkstoffe brauchen neue Bearbeitungsstrategien

Redakteur: Jürgen Schreier

Bei der Bearbeitung von Verbundwerkstoffen lassen sich nur selten Methoden der Metallbearbeitung 1:1 übertragen. Gefragt ist also besondere Kompetenz. Diese zeigen Aussteller der AMB, internationale Ausstellung für Metallbearbeitung, vom 16. bis 20. September 2014 in Stuttgart unter dem Schwerpunktthema ‚Kompetenz Verbundstoffe‘

Anbieter zum Thema

Carbonfaserverstärkte Kunststoffe halten verstärkt Einzug in die Automobilindustrie: Werkzeugmaschinenhersteller müssen sich darauf einstellen, denn ihre Bearbeitung erfordert neue Maschinenkonzepte.
Carbonfaserverstärkte Kunststoffe halten verstärkt Einzug in die Automobilindustrie: Werkzeugmaschinenhersteller müssen sich darauf einstellen, denn ihre Bearbeitung erfordert neue Maschinenkonzepte.
(Bild: Messe Stuttgart)

Luftfahrt- und Automobilindustrie sind Vorreiter; mittlerweile dringen moderne Verbundwerkstoffe und Werkstoffverbünde aber auch zunehmend in andere Bereiche wie die Energietechnik, vor. Beherrschte bislang meist Handarbeit die Fertigung, erfordert die Großserie eine rationelle, automatisierte Bearbeitung. Leider lassen sich nur selten Methoden der Metallbearbeitung 1:1 übertragen.

Agentur für Leichtbaustoffe Baden-Württemberg erleichtert Start in die Welt der Verbundstoffe

Gefragt ist also besondere Kompetenz. Diese zeigen Aussteller der AMB, internationale Ausstellung für Metallbearbeitung, vom 16. bis 20. September 2014 in Stuttgart unter dem Schwerpunktthema ‚Kompetenz Verbundstoffe‘, der für die Messebesucher an entsprechenden Logos an den Messeständen und Hinweisen im Messeführer schnell erkennbar ist. Drei Überblick-Fachvorträge stimmten auf das Schwerpunktthema ein.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Den Start in die Welt der Verbundstoffe will die ‚Agentur für Leichtbaustoffe Baden-Württemberg‘ erleichtern. Geschäftsführer Dr. Wolfgang Seeliger stellte in seinem Vortrag im Rahmen des Unternehmerfrühstücks am zweiten Messetag die vielfältigen Angebote der Landesagentur vor. Sein Team helfe nicht nur, den Markt national und international für den Leichtbau aufzubereiten, sondern unterstütze auch Unternehmen, neue innovative Produkte zu entwickeln, beispielsweise durch Vernetzung untereinander und mit Forschungseinrichtungen. Dritte Säule bildet die Schulung der Mitarbeiter von Industrieunternehmen.

Industrialisierung sorgt für Durchbruch

Dr.-Ing. Marco Schneider, Abteilungsleiter Leichtbautechnologien am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart, widmete seinen Vortrag dem Thema „Präzisionswerkzeuge für die spanende Bearbeitung von Verbundwerkstoffen“. Bauteile aus Verbünden erfordern trotz endkonturnaher Fertigung oft eine spanende Bearbeitung. „Der Transfer von der Metallzerspanung zur Zerspanung von Verbünden, CFK (carbonfaserverstärkte Kunststoffe) oder Sandwiches ist nur mit besonderen Maßnahmen möglich. Dies beginnt bei der Werkzeugmaschine, der Spanntechnik, dem Kühl- und Schmierkonzept, geht über die Werkzeuge, die Absaugung bis hin zur Simulation und Qualitätskontrolle.“

Das bestätigt Dieter Radke, Produktmanager bei der Hommel GmbH, die bereits Maschinen für die Bearbeitung faserverstärkter Werkstoffe angepasst hat: „Drei Faktoren sind entscheidend: eine steife Maschine, die richtige Werkzeugauswahl, die bei uns durch unseren Partner Wollschläger sichergestellt ist und eine ganz andere Späneabfuhr, da bei der Bearbeitung Staub entsteht, der abgesaugt werden muss.“

(ID:42957203)