Kugelgewindetrieb

Fit für die Fließfertigung

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Bereit für mehr Sonderanfertigungen

Die Prozesse in der Produktion sind definiert, die Infrastruktur ist nun weitestgehend bereit für die veränderten Fertigungslinien – vom Gewindeschleifen und der Endenbearbeitung über die Mutternbearbeitung und die Messtechnik bis hin zur Intralogistik. Dann wird sich die Spindel nur noch auf einem Weg von etwa 200 m bewegen, was die Durchlaufzeit deutlich reduzieren wird – bei gleichem Maschinen- und Personaleinsatz.

Zukünftig werden die Gewindetriebe parallel in drei Linien gefertigt: eine Standard-, eine Sonderlinie und eine für Klein- und Luftfahrt-Kugelgewindetriebe. Im Moment produziert Steinmeyer etwa so viele Standard- wie Sondergewindetriebe, doch das wird sich laut Münch ändern. „Wenn die Konjunktur runtergeht, müssen unsere Kunden, also die Werkzeugmaschinenhersteller, deutlich flexibler auf Kundenwünsche reagieren: entweder in Richtung Lieferzeit oder in Richtung Maschinenvarianten. Die Anzahl der Sondervarianten wird auch bei ihnen zunehmen. Für uns heißt das aber, dass es einen Switch geben wird: weniger Standard-Kugelgewindetriebe und mehr im Bereich der Sonderanforderungen.“ Man wird nicht nur vermehrt auf Kundenwünsche eingehen müssen, sondern auch Ersatzteile liefern können. Läuft es wirtschaftlich schlechter, dann sind Unternehmen weniger bereit, in neue Maschinen zu investieren. Statt dessen setzen sie die älteren Anlagen instand und sind auf Ersatzteile auch älterer Maschinen angewiesen.

Investition in das Service-Geschäft mit Ersatzteilen

Dahingehend wurden jetzt diese drei Fertigungslinien entworfen, um flexibel genug zu sein, diese Sonderanfertigungen schnell zu liefern – neben einem attraktiven Preis und hoher Qualität die wichtigen Voraussetzungen für zukünftiges Wachstum in diesem Segment. Durch höhere Stückzahlen werden im Standardbereich auch rüstintensivere Maschinen eingesetzt, die Linie der Sonderprodukte ist aus kleineren, flexibleren Werkzeugmaschinen aufgebaut, die sich schnell umrüsten lassen. So bremsen kleine Sonderserien oder auch Ersatzteile in Losgröße eins die Serienfertigung größere Mengen nicht aus. Gerade wenn es um Ersatzteile geht, tauscht sich Steinmeyer auch verstärkt mit den Werkzeugmaschinenherstellern aus. So sammelt das Unternehmen Erfahrung, was an Ersatzteilen nötig ist, und kann entsprechend ein Ersatzteillager aufbauen. Münch: „Man geht damit zwar erst ins Risiko, kann aber den einen oder anderen Kunden dann auch schnell zufriedenstellen“, was das höchste Ziel ist.

Inzwischen sind über 90 % des Umbaus abgeschlossen und bereits jetzt machen sich die gestrafften Prozesse bemerkbar. Von der höheren Produktivität, aber auch der hohen Qualität und Präzision der Produkte profitieren die Kunden. Das ist auch ein Grund, warum Steinmeyer seine Kugelgewindetriebe ganz bewusst vollständig in Deutschland herstellt – von der Konzeption über Fertigung und Veredlung bis hin zur Qualitätssicherung. „Bei der Produktion hochpräziser Kugelgewindetriebe spielen Faktoren wie Materialien, Fertigungsverfahren und Montage sowie Mess- und Prüfeinrichtungen eine entscheidende Rolle“, erklärt Münch.

August Steinmeyer auf der EMO Hannover 2019: Halle 7, Stand C24

(ID:46109478)