Münchner Kolloquium 2008

Flexibilität sichert Unternehmenserfolg

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Flexibilität ist Wettbewerbsfaktor

Sinkende Prognostizierbarkeit, steigende Variantenvielfalt, kleinere Losgrößen, verkürzte Produktlebenszyklen und ein globaler Markt – das sind nur einige der Einflüsse, die in ihrem Zusammenspiel eine stetige und hochdynamische Änderung des Umfeldes bewirken in dem Unternehmen agieren.

„Damit angesichts solcher Rahmenbedingungen Unternehmen erfolgreich bestehen können, müssen sie fähig sein, innerhalb eines vorgegebenen Korridors in Bezug auf Organisation und Technik flexibel zu reagieren, und das bei einem geringen Investitionsaufwand“, betonte Prof. Gunther Reinhart, Leiter des iwb.

Wandlungsfähigkeit erweitert Handlungsspielraum

Diese Flexibilität führt allerdings nur zu einer eingeschränkten Reaktionsfähigkeit. „Deshalb wurde das Grundkonzept der Wandlungsfähigkeit entwickelt, das über die Flexibilität hinausgeht und ermöglicht, auf Entwicklungen zu reagieren, die zum Zeitpunkt der Planung, beispielsweise einer Produktion, noch nicht vorhersehbar waren“, erklärt Reinhart.

Sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch unternehmensübergreifend seien bereits vereinzelt wandlungsfähige Lösungen vorhanden. Als Beispiele nannte er die rekonfigurierbare Werkzeugmaschine, ein formflexibles Spritzgießwerkzeug und die mobile Roboterzelle.

Software minimiert Planungsrisiken

Keine Frage, die Planung einer Fertigung oder gar eine kompletten Fabrik birgt große Risken, weil sie unsichere Annahmen über die Zukunft enthält. Diesen Problemen hat sich Siemens angenommen und drei Programme zur Planung und Bewertung von Flexibilität und Risiko in der Produktion entwickelt, die Dr.-Ing. Bernd Korves, Fachzentrumsleiter Corporate Technology der Siemens AG in München, den Kolloquiumsteilnehmern vorstellte.

„Weil Großprojekte ein erhebliches wirtschaftliches Risiko enthalten können, bedarf es solcher Methoden zur Bewertung und Planung von Flexibilität und zur Minimierung des wirtschaftlichen Risikos“, betonte Korves. So ermöglicht die Software Rodeo die Planung des rechten Maßes an Flexibilität auf Bauteilebene im Rahmen der Systemauslegung. „Eine stochastische Toleranzanalyse kann beispielsweise mangelnde Flexibilität bestätigen und quantifizieren“, unterstrich Korves den Nutzen dieser Software.

Produktionsalternativen bewerten

Nützliche Planungshilfe ist auch das Programm Plant Calc, das einen monetären Vergleich von Produktionsalternativen unter Berücksichtigung von quantitativen Unsicherheiten ebenso ermöglicht wie die Bewertung von Verlagerungen.Dritter im Bunde ist das Risikoanalyseprogramm Sira. „Wir haben dieses Programm entwickelt für das systematische und frühzeitige Erkennen und Bewerten von Risiken bei Projekten“, so Korves.

Die Software ermöglicht die Risikobewertung von Großprojekten während des gesamtem Projekt-Lebenszyklus mit Schwerpunkt Angebotsphase und frühe Durchführungsphase. „Ergebnis ist eine gesicherte Entscheidungsgrundlage durch Transparenz der Risikosituation“, versprach Korves.

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