Forschungsinvestitionen

Forschungskooperationen senken F&E-Kosten

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Bei Kemper gibt es eine Reihe weiterer Projekte, die mit Instituten oder Hochschulen entwickelt oder von ihnen begleitet werden. „Interessant ist aber auch die andere Richtung“, meint der Geschäftsführer „wenn wir beispielsweise im Bereich Arbeitsschutz an der Entwicklung von Richtlinien und Vorschriften mitwirken. In jedem Fall sind solche Kooperationen fürs Unternehmen ein wesentlicher Erfolgsfaktor.“

Wissensaustausch treibt Entwicklungen voran

Auch die Kuka Roboter GmbH kooperiert bilateral und in Forschungsverbundvorhaben mit Hochschulen und Instituten sowie anderen Firmen. Rainer Bischoff, Projektleiter Forschung & Vorentwicklung bei der Kuka Roboter GmbH in Augsburg, erklärt dazu: „Ein Beispiel ist das Institut für Robotik und Mechatronik des DLR in Wessling, mit dem eher grundlagenorientierte Entwicklungen vorangetrieben werden und das über Technologietransfers schon sehr wertvolle Beiträge zu Kuka-Roboter-Produkten geliefert hat.“

Ein weiteres bekanntes Beispiel ist das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart, mit dem der Roboterspezialist praxisnah an neuen Applikationen forscht.

Kooperationen in der Forschung werden oft finanziell gefördert

„F&E-Kosten werden durch die Kooperationen mit Forschungseinrichtungen vor allen Dingen dann eingespart, wenn die Projekte von Bund, Ländern oder EU finanziell gefördert werden und der administrative Mehraufwand, den solche geförderten Projekte mit sich bringen, gering bleibt“, sagt Bischoff. „Durch ungeförderte F&E-Kooperationen werden dann Kosten gespart, wenn die Forschungseinrichtungen in der Lage sind, die Ergebnisse und das Wissen ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiter über die typische Verweilzeit eines Doktoranden von drei bis fünf Jahren hinaus in ihrer Institution zu halten. Außerdem müssen die Kooperationspartner in der Lage sein, das gesammelte Wissen im Rahmen von Technologietransfers in die Industrie zu überführen“, so Bischoff. Dies geschehe idealerweise durch den Wechsel eines Mitarbeiters der Forschungseinrichtung in das Unternehmen, müsse aber auch durch intensive Zusammenarbeit auf Arbeitsebene sichergestellt werden.

Der Hamburger Präzisionsteile-Hersteller Hein & Oetting ist in zwei Forschungsprojekten aktiv. Das Projekt „Functional“, dessen Träger die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist, erforscht die generative Herstellung von funktionalen Komponenten für die Luftfahrttechnik.

„Wir werden Strukturbauteile über lasergenerative Verfahren herstellen“, erklärt Lars Reeder, Geschäftsführer Hein & Oetting. „Das Projekt befindet sich in der Startphase. Es wird gemeinsam mit dem ILAS, dem Institut für Laser- und Anlagensystemtechnik der TU Hamburg-Harburg, durchgeführt“, so Reeder.

Das Projekt „Optistruct“ in Zusammenarbeit mit dem Spitzencluster Luftfahrt Hamburg untersucht Klebeverbindungen zwischen den Werkstoffen Titan und CFK. Bei diesem Projekt sind außer einem weiteren Unternehmen aus Bremen und der GKSS in Geesthacht die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg sowie in Kürze auch das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen beteiligt.

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