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„Die Einsparungen liegen bei 50% der jeweiligen Projektkosten“, sagt Reeder. „Da die Projekte sich in einer Größenordnung von mehreren zehntausend Euro bewegen, sind die Einsparungen erheblich. Wir wären ohne derartige Förderungen nicht in der Lage, solche Investitionen in neue Technologiefelder zu tätigen.“
Mehrwert durch kompetenten Nachwuchs
Weniger um die finanziellen Einsparungen als um den Mehrwert durch kompetenten Nachwuchs geht es bei den Forschungsallianzen der Audi AG. „Die Zusammenarbeit von unseren Fachabteilungen mit Hochschulen und Instituten mit Schwerpunkt Deutschland, aber auch europaweit ist ein wichtiges Instrument für die Umsetzung der Firmen-Philosophie ‚Vorsprung durch Technik‘“, erklärt Dr.-Ing. Christian Allmann, Koordinator der öffentlichen Förderprojekte bei der Audi Electronics Venture GmbH. „Unser Potenzial von morgen sitzt heute zum Teil noch in den Hörsälen der Hochschulen. Daher ist es für uns wichtig, insbesondere bei Engpassqualifikationen wie Ingenieuren, die Zusammenarbeit zu pflegen und weiter auszubauen.“
Audi arbeitet derzeit unter anderem mit der RWTH Aachen an einem Projekt zur Entwicklung eines Gesamt-Konzeptes für ein Elektrofahrzeug. Drei RWTH-Institute sind Partner der Forschungsallianz „E-Performance“. Hintergrund ist das von der Bundesregierung festgelegte Ziel, Deutschland zu einem Leitmarkt für Elektromobilität zu machen und dabei bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert aus diesem Grunde das von Audi initiierte Verbundprojekt mit insgesamt etwa 22 Mio. Euro über drei Jahre. Ziel des Projektes ist es, in den kommenden Jahren ein komplett neuartiges Systemkonzept für ein leistungsfähiges Elektroauto zu entwickeln. Um sich dieser Herausforderung zu stellen, bündelt Audi in dem Verbundprojekt Ressourcen und Kompetenzen aus Industrie, Universitäten und Forschungseinrichtungen. Partner sind neben der Audi Electronics Venture GmbH, der Robert Bosch GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) auch die Institute IKA, ISEA und IEM der RWTH Aachen.
Zur Verfügung stehende Mittel für die Forschung bündeln
Dr. Allmann erklärt zum Hintergrund von Forschungskooperationen der Audi AG: „Das primäre Ziel ist es, hochqualifizierte Kandidaten im Rahmen von Promotionen an Audi zu binden und so Experten der Zukunft zu fördern. Darüber hinaus soll die Partnerschaft mit der RWTH den innovativen Wissenstransfer zwischen Hochschulforschung und den entsprechenden Fachabteilungen bei Audi gewährleisten.“
Martin Schüssler aus dem Geschäftsbereich Vorentwicklung Fahrkonzepte der Audi AG ergänzt: „Durch Kooperationen lassen sich die zur Verfügung stehenden Mittel bündeln und Synergien in der Forschung und bei innovativen Konzepten nutzen. Gerade bei ganzheitlichen Entwicklungskonzepten, wie beim BMBF-Verbundprojekt ‚E-Performance‘, werden so die Kompetenzen aus Industrie, Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammengezogen.“
Der Automobilexperte und Vorstandsvorsitzende der Incovis AG Heiko Dehning rät Unternehmen, sich im Vorfeld von Forschungskooperationen genau zu überlegen, was sie sich von einer Kooperation erwarten und welche Ziele sie verfolgen. Nur dann lasse sich gezielt nach einem geeigneten Partner suchen. „Dies gilt insbesondere für längerfristig angelegte Partnerschaften“, weiß der Experte.
Die offene Arbeitsweise in Partnerschaften, ob mit Universitäten oder anderen Unternehmen, verlange insbesondere, dass das Unternehmen auch intern offene Organisationsformen pflegt und eine entsprechende Kultur im Unternehmen gelebt wird. „Wissensmanagement und das Management von Intellectual Property gestaltet sich erwartungsgemäß komplizierter, wenn mehrere Unternehmen zusammenarbeiten. Klare, aber nicht übermäßig detaillierte Regelungen im Kooperationsvertrag können helfen, solche Konflikte zu vermeiden“, so Dehning.
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