Zerspanung Fräsen oder Schleifen? Antworten zum richtigen Bearbeitungsverfahren

Autor / Redakteur: Markus Stanik / Rüdiger Kroh

Die Grenzen zwischen verschiedenen zerspanenden Verfahren verschwimmen immer mehr. Entwicklungen wie das HSC-Fräsen oder das Tiefschleifen verbreitern die jeweiligen Anwendungs­bereiche. Das kann zum Ersatz des einen oder anderen Verfahrens führen, aber auch zur Erkenntnis, dass die Kombination von Fräsen und Schleifen die beste Lösung darstellt.

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Bild 1: Fünf-Achs-Fräsen einer Turbinenschaufel.
Bild 1: Fünf-Achs-Fräsen einer Turbinenschaufel.
(Bild: Hamuel)

Bisher waren die Grenzen zwischen den verschiedenen Bearbeitungsverfahren klar abgesteckt: Zerspanung mit geometrisch bestimmter Schneide – zum Beispiel Fräsen oder Drehen – wenn viel Material abzutragen ist und keine absolute Präzision gefordert wird.

Dagegen die Zerspanung mit geometrisch unbestimmter Schneide (beispielsweise Schleifen) für sehr genaue Werkstücke, sehr gute Oberflächen und harte Werkstoffe. Aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Jahre verschwimmt diese Grenze allerdings immer mehr. Betrachtet man zum Beispiel das Hochgeschwindigkeitsfräsen (HSC), so können damit Oberflächengüten erzielt werden, die denen des Schleifens schon sehr nahekommen und auch gehärtete Materialien lassen sich wirtschaftlich bearbeiten.

Das Hochleistungstiefschleifen erlaubt hohe Materialabtragsraten

Ähnliche Tendenzen sind auf der Seite des Schleifens zu beobachten. Neue Verfahren des Hochleistungstiefschleifens erlauben Materialabtragsraten, die bisher dem Fräsen oder Drehen vorbehalten waren. Dies führt dazu, dass die Auswahl des optimalen Fertigungsverfahrens immer komplexer und anspruchsvoller wird.

Nach welchen Kriterien soll dann das Fertigungsverfahren ausgewählt werden? Dazu gibt es die unterschiedlichsten Ansätze. Zuallererst muss sichergestellt werden, dass das ausgewählte Verfahren die notwendigen technischen Anforderungen der Werkstücke erfüllt. Dann können weitere Entscheidungskriterien in Betracht gezogen werden. Einer der Kern­entscheidungspunkte ist das Wissen der Mitarbeiter. Nur mit gut für das Verfahren ausgebildeten Mitarbeitern kann die maximale Produktivität eines Bearbeitungsverfahrens auch wirklich ausgenutzt werden.

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