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Führung und Kultur sind in Osteuropa Schlüsselfaktoren

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Ganz anders sieht die Einschätzung der Experten für die GUS-Staaten aus. Hier wird mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 % angenommen, dass kulturelle Differenzen und mangelnde Loyalität den Produktivitätsfortschritt bremsen werden.

Das Ergebnis erklärt möglicherweise auch die Zurückhaltung westlicher Unternehmen bei der Verlagerung komplexer Fertigungsteile und Know-how-intensiver Bearbeitungsschritte der Wertschöpfungskette in die GUS-Staaten. Diese Verhaltensweise verhindert dann aber auch die kulturelle Annäherung und somit die Ausschöpfung des intellektuellen Potenzials der Region.

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Führungskompetenz zählt doppelt im Osten

Die große Bedeutung weicher Faktoren wird durch eine weitere These deutlich. Die Bedeutung von Führungsfähigkeiten und -strukturen wird als sehr hoch eingeschätzt und auch mit einem überdurchschnittlich hohen Einfluss auf das eigene Geschäft bewertet. Mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 40 % – sogar für die Länder der ersten EU-Osterweiterung und noch höher für die anderen Staaten – bewerten die Experten das Risiko einer Abflachung des Wachstums allein auf Grund der fehlenden Fach- und Führungskräfte. Demzufolge muss Osteuropa bis zum Jahr 2020 mit nennenswerten Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung rechnen.

Heute vertrauen viele der befragten Unternehmen bei Verlagerungen auf eigene Management- und Trainingskapazitäten. Wenn aber eine Ausweitung osteuropäischer Standorte zunimmt und die stärkere Einbindung in globale Entwicklungs- und Produktionsnetzwerke erfolgt, wird auch der Bedarf an fachlicher und strategischer Kompetenz vor Ort steigen.

Welche Länder haben die Nase vorn?

Die Studie zeigt ferner eine Einschätzung der einzelnen Länder als Standorte der Zukunft. Die Ergebnisse lassen generell eine zunehmende Standortattraktiviät erwarten. Spitzenreiter der Beurteilung sind die baltischen Staaten, Russland, Polen und Bulgarien – mehr als die Hälfte der Befragten geht von einer wachsenden Attraktivität aus. Die Gründe für diese positiven Erwartungen sind unterschiedlich: Bulgarien hat noch sehr niedrige Arbeitskosten, mit Stundenlöhnen zwischen 2,80 und 3,50 Euro und eine insgesamt stabile politische und soziale Lage.

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