Prozessoptimierung

Fünf weit verbreitete Vorurteile gegen Lean Management auf einen Streich widerlegt

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Vorurteil 2: Lean Management funktioniert im Maschinenbau nur eingeschränkt. Lean Management ist seit den 90er Jahren auch im Maschinenbau ein Thema. Viele Akteure sind überzeugt, alle Möglichkeiten zu nutzen.

Das Beispiel Homag zeigt jedoch, dass es große Unterschiede in der Konsequenz der Umsetzung gibt. Das Unternehmen ist in vielen Bereichen inzwischen ähnlich professionell wie Best-Practice-Firmen der Automobilindustrie. Beispiele sind der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP), die internen Optimierungs-Workshops oder die Schulung der KVP-Moderatoren. Letztere sollen wie echte Berater agieren.

Führungskräfte sind ein zentraler Erfolgsfaktor

Deshalb setzt das Unternehmen auf wenige, hochqualifizierte Experten mit einem umfassenden Lean-Verständnis und hoher Umsetzungskompetenz. Sie tragen wesentlich zur Projektrealisierung bei und fördern gleichzeitig den Lean-Management-Gedanken in den Unternehmen der Homag-Gruppe. Das Management wiederum stärkt den KVP-Moderatoren den Rücken.

Die Führungskräfte sind – ausgehend vom Beispiel Toyota – ein zentraler Erfolgsfaktor. Sie müssen von der Sache überzeugt sein und zudem die Fähigkeit besitzen, ihre Visionen zu einem realen Bild umzuwandeln, sie vorzuleben, weiterzugeben und weiterzuentwickeln.

Vorurteil 3: Die IT-gestützten Planungssysteme sind nicht für Lean Production ausgerichtet. Die Strukturen im Maschinenbau sind häufig stark IT-gestützt. Allerdings liegen diesen Systemen nicht die Lean-Prinzipien zugrunde, sondern veraltete Annahmen aus den 1970er Jahren. Stichworte wie „Reservierungssystematik“ sind fest verankert und die Prozesse in der Produktion müssen sich dem System unterordnen.

IT-System muss den neuen Prozess unterstützen

  • Soll Lean Production jedoch ernsthaft eingeführt werden, ist genau das Gegenteil richtig: Das IT-System muss den neuen Prozess unterstützen. Homag denkt derzeit über eine neue Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Software einschließlich eines Produktionsplanungs- und Steuerungs-Systems (PPS) nach. Da das damit befasste Team mittlerweile die optimalen praktischen Bedingungen kennt, kann es sich nun auch passende Software-Lösungen vorstellen und entsprechende Anforderungen in den Pflichtenheften formulieren.

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